Eurosport - Fr 03.Jul. 21:33:00 2009
Keine zwei Tage mehr, bis die Tour de France in Monte Carlo startet. Eurosport sprach exklusiv mit dem siebenmaligen Sieger Lance Armstrong über das Gefühl, wieder dabeizusein, seinen Teamkameraden - den großen Favoriten Alberto Contador - und die Strecke mit Highlights bis zum letzten Tag.
Was ist das für ein Gefühl, wieder bei der Tour zu sein?
Lance Armstrong: Es gibt ein paar Emotionen, aber wenige. Ich bin gespannt, nervös und glücklich, aber auch bereit - körperlich und mental bin ich auf die Tour vorbereitet. Ich weiß, was die Tour ist, ich weiß auch, dass es ein schwieriges Unterfangen ist und was man benötigt, um nach vorne zu fahren oder sogar zu gewinnen. Für mich gibt es keine Fragezeichen. Es ist schon eine Weile her, dass ich an der Startlinie stand - vier Jahre - und die ersten Kilometer werden sicherlich emotional sein.
Astana gehört zu den großen Favoriten, doch es wird fast nur über Alberto Contador gesprochen, wenn es um den Toursieg geht. Wie gehen Sie damit um?
Armstrong: Wenn man seine Entwicklung in der letzten Saison betrachtet, den Giro und die Vuelta, dann ist es nur fair, ihn als den großen Favoriten auf den Tour-Sieg zu bezeichnen. Jetzt hat er auch noch das Zeitfahren gelernt und sich in der gesamten Renngestaltung verbessert - es ist also eine ganz logische Einschätzung.
Welche Rolle werden Sie im Team spielen?
Armstrong: Das ist noch nicht sicher. Niemand weiß, wie es laufen wird und auch wir werden erst ab Samstag etwas mehr wissen. Im Laufe der ersten Woche wird sich das alles entwickeln, und in Andorra wird dann alles feststehen. Ich kann mich nur auf mein Training beziehen. Und die Tests liefen genauso wie in der Vergangenheit.
Wird also der Prolog am Samstag entscheiden, welcher Fahrer das Team für die restliche Tour anführen wird?
Armstrong: Natürlich ist es wichtig, sich am Samstag zu beweisen. Der Prolog wird viel aussagen, da er nicht ganz einfach ist: er ist nicht kurz, nicht flach - es ist ein typischer Tour-de-France-Prolog. Wir haben 400 bis 500 Höhenmeter zu bewältigen und da werden sich schon Unterschiede auftun. Also wird man sich auf dieses Resultat beziehen, wenn die Stallordnung ausdiskutiert wird.
Gibt eine bestimmte Etappe, die über Ihre Rolle und die von Alberto entscheiden wird?
Armstrong: Die Tage in den Bergen werden ganz klar entscheidend sein. Nach dem Start in Monaco wird es kein Zeitfahren geben, das eine Entscheidung bringen könnte. Ich würde die ersten beiden Wochen dieser Tour nicht überbewerten. Die letzte Woche wird die Spreu vom Weizen trennen.
Sie haben Sich die Bergetappen noch einmal angeschaut. Welche hat sie am meisten beeindruckt?
Armstrong: Die Etappe nach Grand Bornand kennen wir ganz gut - mit der Straße nach Roseland, dem Saisies und dem Colombier. Und jetzt kommt auch noch der Col de Romme dazu, wo es auf neun Kilometern mit neun Prozent hinauf geht. Als ich diese Strecke abgefahren bin, war es noch dazu extrem heiß. Aber die Entscheidung wird erst auf dem Mont Ventoux fallen. Die Veranstalter wollen ja, dass die Spannung bis dahin erhalten bleibt, also wird der Ventoux eine noch viel bedeutendere Rolle als in der Vergangenheit spielen.
Auf die Frage, was Sie am Radsport am meisten vermissen, antworten Sie: den Schmerz. Erwarten Sie während der Tour auch für sich viele Schmerzen?
Armstrong: In diesem Sport geht es nicht ohne Qual und Schmerz. Wir betreiben den härtesten Sport der Welt, du kannst den Radsport mit nichts vergleichen. Idealerweise gehst du in Top-Form an den Start - und dann ist das eine angenehme Art des Schmerzes. Aber wir werden sehen...
Alles konzentriert sich auf Sie und Alberto. Könnte das ein Vorteil für andere Teams sein?
Armstrong: Das ist eine konventionelle Denkweise. Wir müssen vorsichtig sein und die Moral im Team aufrechterhalten. Wenn es nur die kleinsten Unstimmigkeiten bei uns gibt, werden die anderen Fahrer - egal ob Sastre, Menchov, Evans oder das Saxo-Bank-Team mit den Schleck-Brüdern - das ausnutzen. Wichtig ist, dass wir uns auf unsere Arbeit als Profis und Teamkameraden konzentrieren. Unsere Situation ist nicht einfach, denn es geht nicht nur um Alberto und mich: da ist auch noch Levi Leipheimer. Wir haben ein starkes Team, aber auch eine komplizierte Situation.
Sie ausgenommen, wer ist der größte Tour-Favorit?
Armstrong: Ich denke, es ist Sastre. Aus den folgenden drei Gründen: Erstens, gewann er im letzten Jahr. Zweitens, war er beim Giro enorm stark und drittens - und das ist am Wichtigsten - er ist unglaublich stark in der letzten Tour-Woche. Nachdem ich die Etappen kennengelernt und ihn beim Giro gesehen habe, ist er mein absoluter Favorit. Aber Menchov und Evans darf man auf keinen Fall unterschätzen.
Ihre Beziehung zu den französischen Fans ist angeknackst. Was erwarten Sie vom Publikum?
Armstrong: Es war in der Vergangenheit auf jeden Fall eine instabile Beziehung, aber momentan ist sie gut. Ich bin jetzt seit einer Woche hier und von Monte Carlo bis Montpellier habe ich keine negativen Reaktionen abbekommen. Ich denke, da herrscht gegenseitiger Respekt. Ich respektiere das Land und die Veranstaltung, und sie respektieren mich als Fahrer. Wir lieben uns nicht immer, aber das Verhältnis ist gereift. Ich denke, wir können uns auf drei schöne Wochen freuen.
Kommentare 1 - 4 of 44
Zitat: "Ich gehe mal davon aus, dass das endgültige Ergebnis dieser Tour erst 2012 bekannt sein wird.."
Wahre Worte gelassen ausgesprochen!
Was dem fass mal wieder den Boden ausschlägt ist dieses unsägliche Pseudomagazin "Planet Armstrong".
Was um Himmels Willen hat Eurosport da eigentlich geritten?!? Auch wenn es dem ein oder anderen Freund von Lance nicht gefällt: Ein Magazin (auch wenn es nicht nur um den verlogenen Amerikaner geht) wie dieses ist absolut unnötig und für den Radsport insgesamt kontraproduktiv. Ich hatte es schon beim Giro für einen Affront gehalten und bin es noch immer. Nicht das ich der Meinung bin Monsieur Armstrong wäre der alleinige Betrüger im Peloton, aber ihm eine solche Bühne zu geben finde ich auch im Bereich Sportjournalismus für absolut inakzeptabel.
"The Show must go on", aber wieso zum Teufel dann so einen Murks. Ihr versaut es euch doch so nur selber!!!
Nichts desto trotz werde ich wohl auch in diesem Jahr versuchen die Tour so gut es geht zu verfolgen. Eine vernünftige Tageszusammenfassung anstelle von dieser Freakshow wäre wohl in diesen Zeiten angebrachter.
Auf die Frage, was Sie am Radsport am meisten vermissen, antworten Sie: den Schmerz.
Erwarten Sie während der Tour auch für sich viele Schmerzen?
glaub ich nicht. armstrong kennt das geschäft und auch die tests und er kennt auch die ärzte. aber er ist da mit sicherheit nicht der einzige. ich gehe mal davon aus, dass das endgültige ergebnisse dieser tour erst 2012 bekannt sein wird...
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