Tour de France - Voigt: "Es muss eklig sein"

Eurosport - Do 03.Jul. 15:40:00 2008

Ohne Prolog wird es bei dieser Tour bereits in der ersten Woche ordentlich zur Sache gehen. In der Bretagne finden mutige Ausreißer und zähe Baroudeure ein ideales Terrain vor. Das weiß keiner besser als Jens Voigt. Im Exklusiv-Interview gibt der Etappenjäger Tipps für eine gelungene Solo-Flucht.

CYCLING 2007 Jens Voigt CSC exklusiv - 0

Was muss ein erfolgreicher Ausreißer in erster Linie mitbringen?

Voigt: Es hilft sicherlich, wenn man viel Erfahrung mitbringt. Damit man den richtigen Moment erwischt, um eine Spitzengruppe auseinanderzusprengen und schließlich alleine anzukommen. Ich habe ja zahlreiche Fluchtversuche hinter mir und mutmaße, dass höchstens zwei von zehn Fluchtgruppen durchkommen. Dennoch scheint es viele Fahrer zu geben, die sich meinen Gruppen anschließen, weil sie glauben, dass sie gut sind, wenn ich mit dabei bin. Erfahrung spielt sicherlich eine Rolle, aber am Ende muss man auch in der körperlichen Verfassung sein, um die Erfahrung umsetzen zu können.

Wie findet man die richtige Gruppe?

Voigt: Meiner Ansicht nach gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Die eine ist, zu versuchen in jeder Fluchtgruppe dabei zu sein, weil man dann automatisch irgendwann die richtige erwischt. Die andere Möglichkeit ist, zu pokern. Das heißt nicht 20 halbe Attacken mitzufahren, sondern man versucht nur zwei oder drei richtige Angriffe zu setzen, um selbst die entscheidende Gruppe entstehen zu lassen. Man muss reintreten als ob es kein Morgen gibt. Ich bevorzuge die erste Methode, die ist sicherer, aber auch schmerzvoller.

Wie sieht das ideale Etappenprofil für einen Fluchtversuch aus?

Voigt: Das Hochgebirge ist absolut nichts für einen Ausreißer. Hier sind Klassement-Fahrer wie Schleck, Sastre oder Cunego am Zug. Auch eine ganz flache Etappe eignet sich nicht besonders. Denn hier sind die Sprintermannschaften im Vorteil, die das Feld zusammenhalten wollen. Die richtige Etappe für einen Ausreißversuch sollte schwer, aber nicht zu schwer sein - eklig wäre ein schönes Wort. Sie muss unangenehm und eklig zu fahren sein, dann ist sie das richtige für Ausreißer wie mich.

Begünstigt der diesjährige Tour-Kurs Ausreißversuche?

Voigt: Ich denke schon. Früher stand bereits nach dem Prolog das Gelbe Trikot fest und in der Folge haben die Sprintermannschaften das Rennen kontrolliert. In diesem Jahr fällt der Prolog weg und ebnet damit Ausreißern das Terrain. Zumal die ersten Etappen in der Bretagne bereits relativ schwer sind. Diesmal wird es in der ersten Woche richtig spannend werden.

Eurosport

Kommentare 1 - 4 of 4

Kommentare sortieren: Aktualität | Meist bewertet
  1. Kim, haut es dat eppes fir dech, errenner dech un Mur de Huy, huel se rode Lew

    Von ernestinedell, am Sa 5.Jul. 10:40
  2. Roude Léif huel se!!! Allez Schlecken an Kirchen!

    Von forzainter, am Do 3.Jul. 21:23
  3. Go Luxembourg die schleck Brüder schaffen das :D

    Von paulstrassen, am Do 3.Jul. 15:44
  4. passt mir auf die schleck brüder auf:)

    Von alan R, am Do 3.Jul. 13:24
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