GP Großbritannien - Hamilton beim Heimspiel unter Druck

Eurosport - Do 03.Jul. 10:57:00 2008

Wende im Titelrennen oder frühes Ende der WM- Hoffnungen: Bei seinem Heimspiel in Silverstone steht Lewis Hamilton mächtig unter Druck. Nach den zwei Nullnummern in Kanada und Frankreich muss der 23 Jahre alte McLaren-Mercedes-Pilot beim GP von Großbritannien das Überholmanöver der Ferrari kontern.

FORMULA 1 2006 Testing McLaren Silverstone - 21/09/06 Lewis Hamilton - 0

Doch Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug sieht noch keinen Grund zur Panik. "Die Ungeduld darf nicht überhandnehmen", warnte er und erinnerte an den grandiosen Sieg von Hamilton in Monaco: "Es ist erst zwei Rennen her, dass wir gewonnen haben."

Klar ist aber: Bei einem weiteren Triumph der Scuderia am Sonntag (14.00 Uhr im Live-Ticker bei eurosport.yahoo.de) auf dem britischen Traditionskurs droht die Ferrari-Fahrgemeinschaft mit WM-Spitzenreiter Felipe Massa und dem drittplatzierten Kimi Räikkönen schon zur Saison-Halbzeit der silbernen Konkurrenz davon zu rasen - auch wenn Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali mit der Ausgangslage nicht zufrieden ist: "Unsere Situation in der Weltmeisterschaft könnte viel besser sein."

Hamilton steht im Mittelpunkt

Weltmeister und Vorjahres-Sieger Räikkönen rechnet in Silverstone mit einem harten Duell zwischen Rot und Silber. "Ich denke, es wird sehr eng zwischen uns", meinte der 27-Jährige. BMW-Sauber und dessen derzeitigen Chefpiloten und WM-Zweiten Robert Kubica hat Räikkönen zumindest bei dem britischen Klassiker nicht in der Kalkulation: "Ich sehe kein anderes Team, das nah genug ist, um zu gewinnen."

Dabei gilt es auch für BMW-Sauber nach dem mäßigen Auftritt bei der Landpartie in Magny-Cours, sich im McLaren-Land deutlich zu verbessern. "Nach dem schwierigen Wochenende von Magny-Cours gehen wir davon aus, in Silverstone wieder auf Spur zu sein", sagte Motorsportdirektor Mario Theissen. Wiedergutmachung heißt ebenfalls die Devise für das deutsche Fahrer-Quintett - darunter BMW-Sauber- Pilot Nick Heidfeld - nach der Pleite vor zwei Wochen in Frankreich, als zum zweiten Mal in diesem Jahr keiner der fünf deutschen Piloten einen Punkt holte.

Im Mittelpunkt wird in Silverstone aber nur einer stehen: Lewis Hamilton. Schon bei den Testfahrten in der vergangenen Woche zeigte sich, dass trotz seiner durchwachsenen Saison die Begeisterung ungebrochen ist. Rund 10.000 Zuschauer schauten der britischen Formel-1-Hoffnung bei den Übungsfahrten zu. Und obwohl der zum Star aufgestiegene Hamilton in diesem Jahr nicht wie 2007 als WM- Spitzenreiter in die Heimat kommt, ist das Grand-Prix-Wochenende seit langem ausverkauft.

Von Freitag bis Sonntag werden 240.000 Zuschauer erwartet, allein zum Rennen werden 90.000 Motorsport-Gläubige zum PS-Mekka pilgern. "Das gibt es nirgendwo sonst und motiviert dich noch ein bisschen stärker als bei anderen Rennen", meinte Hamilton, der bis zum Vorjahr nur 100 Kilometer von Silverstone entfernt im Ort Stevenage lebte.

Gerade die dreitägigen Probefahrten in der Vorwoche auf der 5,141 Kilometer langen Strecke haben neue Zuversicht bei McLaren-Mercedes geweckt. Am ersten Tag hatte Massa im Ferrari zwar vorn gelegen, danach aber erzielten Heikki Kovalainen und Hamilton in ihren Silberpfeilen die Tagesbestzeiten. "Ich denke, wir sollten gerüstet sein", meinte Mercedes-Mann Haug. Ferrari sei schließlich nicht "spazieren gefahren".

dpa / Eurosport

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