Eurosport - Do 03.Jul. 11:43:00 2008
Rafael van der Vaart verzauberte bei der EM mit "Oranje" ganz Europa - und Europas Topklubs jagen den Mittelfeldstar des Hamburger SV. Geht es nach Martin Jol, müssen sich die HSV-Fans jedoch keine Sorgen machen, dass der Niederländer demnächst in Liverpool oder Turin wirbelt.
Der neue Trainer der Norddeutschen ist guter Hoffnung, dass sein Landsmann den Hamburgern erhalten bleibt. "Zeljko Petrovic hat mit ihm telefoniert und Rafael hat nach wie vor gesagt, dass er gerne beim HSV bleiben will", sagte Jol in einem Interview auf der Internetseite des HSV über den Inhalt eines Gesprächs, dass Assistenztrainer Petrovic mit dem 25-Jährigen geführt hat.
Der HSV-Trainer sagt über van der Vaart: "Rafael liebt Hamburg." Die Frage ist nur: Wie lange noch? Auch Jol macht sich keine Illusionen darüber, dass der offensive Mittelfeldmann trotz der "Liebe" zu Hamburg bei einer entsprechenden Anfrage (wieder) schwach werden kann. "Es kann sein, dass er über einen Wechsel nachdenkt, wenn ein Verein wie Real Madrid oder Barcelona kommt. Das hat sich aus den Gesprächen im letzten Jahr ergeben", stellt der 52-jährige Fußballlehrer klar.
Jol hält sich Hintertür offen
Van der Vaart, dessen Vertrag bei den "Rothosen" noch bis 2010 läuft, hatte in den vergangenen Monaten immer wieder mit einem Wechsel kokettiert. 2009 könnte der 58-fache Nationalspieler für die angesichts seines Marktwertes (ca. 23 Millionen Euro) lächerliche Summe von 1,5 Millionen Euro vom HSV losgeeist werden.
Deswegen will sich Jol auch weiterhin eine Hintertür offenlassen, sollte der wankelmütige van der Vaart plötzlich doch wieder das Fernweh plagen. "Aus der Ferne habe ich gesehen, dass sich Rafael immer sehr gut verhalten hat. Rafael ist wichtig für die Mannschaft. Aber ich plane nicht über ihn meine gesamte Ausrichtung", betont der Hamburger Coach, der ein 4-2-3-1-System bevorzugt. Klar ist: Jol will unbedingt verhindern, dass die Personalie van der Vaart zum bestimmenden Thema beim HSV wird. "Er weiß auch den Stellenwert für den Verein und die Mannschaft zu schätzen. Es kann jetzt aber auch nicht jede Woche zum Thema werden", fordert der Niederländer weniger "Rafa-Mania".
40 Tore sind zu wenig
Jols Gedanken drehen sich momentan nämlich mehr um die Durchschlagskraft der Hamburger Offensive. "Wir müssen dahin kommen, von allen Seiten Tore zu erzielen. Wir haben in der vergangenen Saison vor dem letzten Spiel nur 40 Tore gemacht. Normalerweise wird man mit 40 Toren nicht Vierter", bemerkt Jol, dass der HSV in der Offensive noch einige Hausaufgaben zu erledigen hat. Bei David Jarolim, Nigel de Jong, Piotr Trochowski und Paolo Guerrero gebe es diesbezüglich noch viel Luft nach oben. Weitere Verpflichtungen schließt Jol vorerst aus: "Wenn man nur kauft, um zu kaufen, ist das nicht die beste Lösung. Dann hast du am Ende 35 Spieler, das ist keine gute Sache."
Ob Jols Konzept an der Elbe aufgehen wird? Fakt ist, dass der HSV mit dem Niederländer einen akribischen Arbeiter an Land gezogen hat, der das Erbe von Huub Stevens fortsetzen will. Zumindest, was den Erfolg angeht. "Man braucht auch immer Resultate", weiß Jol. "Im Grunde ist im Fußball schon alles erfunden. Alex Ferguson ist der beste Manager, aber er macht nur das, was er auch tun muss. Es ist alles da, man muss es nur anwenden."
In diesem Sinne muss das HSV-Motto in den nächsten Wochen also lauten: "Packen wir's an!"
Kommentare 1 - 3 of 3
@ Michael Sail - um Missverständnissen vorzubeugen - du sprichst hoffentlich von dem Ägypter Mohamed Zidan - ansonsten sprech ich dir den Fußballverstand ab.
verkaufen wäre am besten. jetzt kriegt man noch schönes geld für ihn. im nächsten jahr ist er für 1,5 mio. garantiert weg.
Jede Saison das Theater um Van der Vaart, der ist ähnlich instabil wie Zidane.
Wie kann man denn mit solchen "Charakterköpfen" eine erfolgreiche Mannschaft aufbauen?
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