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Hengst Liang Kay soll Derbysieger werden

Do 03 Jul, 10:58 Uhr


Hamburg (dpa) - Der drei Jahre alte Galopper-Hengst Liang Kay soll in Hamburg in die Fußstapfen seines Vaters Dai Jin treten und fünf Jahre nach dessen Erfolg ebenfalls das Deutsche Derby gewinnen.

In der 139. Auflage des Rennens um das Blaue Band tritt Liang Kay mit seinem Jockey Terence Hellier als Favorit an. Das Rennen ist mit 863 400 Euro dotiert und damit das lukrativste und zugleich sportlich renommierteste Turf-Ereignis Deutschlands.

17 dreijährige Hengste aus vier Ländern gehen im Derby an den Start. Im Gegensatz zu einigen Veranstaltungen zuvor droht das 2400- Meter-Rennen in diesem Jahr nicht durch Wetterkapriolen zu einem Lotteriespiel zu werden. Das mit sechsstelligem Aufwand sanierte Geläuf auf dem Hippodrom im Hamburger Stadtteil Horn erntete an den bisherigen Renntagen der Derby-Woche großes Lob. Stetige Bewässerung sorgt dafür, dass der Boden nicht zu fest wird.

Der von Uwe Ostmann in Mülheim an der Ruhr trainierte Liang Kay hat beim wichtigsten Derby-Test, dem Oppenheim-Union-Rennen in Köln, mit einem eindrucksvollen Sieg eine gelungene Generalprobe absolviert. «Wir gehen sehr zuversichtlich ins Rennen», sagte Ostmann, dem 1988 mit Luigi bereits ein Derbysieg gelang. «Das ist ein sehr gutes Pferd und auch die Derby-Distanz wird ihm keine Probleme bereiten.» Eine Zwangspause im Winter, bedingt durch eine Operation, hat den Hengst nicht zurückgeworfen. Mit einer Gewinnsumme von 144 300 Euro ist Liang Kay auch auf diesem Gebiet die Nummer eins des Derby-Feldes. Er hat etwa dreimal mehr Prämien eingespielt als der Engländer Top Lock, das Pferd mit der zweithöchsten Gewinnsumme.

Top Lock führt das stärkste Aufgebot aus dem Ausland an, das das Derby seit der Öffnung des Rennens für Gäste im Jahr 1993 erlebt. Die Chancen, dass das Rennen erstmals von einem ausländischen Pferd gewonnen wird, standen nie so gut wie in diesem Jahr. Top Lock, der Ire King of Rome und der aus Frankreich anreisende Soum sind echte Prüfsteine für die deutschen Hoffnungen. King of Romes Trainer Aidan O'Brien meldete sein Pferd für 50 000 Euro Gebühr für das Derby nach. Experten deuten das als Zeichen, dass sich der Erfolgscoach einiges ausrechnet beim Abstecher nach Hamburg.

Das Gestüt Schlenderhan, für das im Vorjahr Adlerflug den 17. Derbysieg der Gestütsgeschichte holte, ist mit Walzertraum und Agapanthus doppelt vertreten. Für Walzertraum wurde der weltbeste Jockey Frankie Dettori verpflichtet. Dettori hat zu Beginn seiner Karriere 1991 das Deutsche Derby schon einmal mit Temporal gewonnen.

Gleich viermal in die Siegerlisten eingetragen hat sich Andrasch Starke, hierzulande die Nummer eins unter den Jockeys. Robertico, Samum, Next Desert und Schiaparelli heißen seine Derbysieger. Am Sonntag reitet er Kamsin. «Wenn wir unter die ersten Vier kommen, wäre das gut», sagte Starke. Er traut vor allem den ausländischen Gästen einiges zu. «Die sind in diesem Jahr schon sehr stark, es würde mich nicht wundern, wenn jetzt einmal ein Gast das Derby gewinnt.»

 

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