Eurosport - Di 03.Jul. 14:44:00 2007
Auf seine "Doping-Beichte" habe er "vornehmlich positive Reaktionen" bekommen, erklärte der Franke der dpa. "Auch Erik Zabel hat angerufen. Er fand es gut, dass ich ausgepackt habe", berichtete der Franke. Der zweimalige Vize-Weltmeister Zabel hatte zusammen mit Aldag Ende Mai Doping-Vergehen gestanden - allerdings nur bis zur Verjährungsgrenze 1999.
Nun hofft Jaksche auf den Status des Doping-Kronzeugen und ist bereit für den Justiz-Marathon. "Ich stelle mich jedem Gericht", sagte der geständige Doping-Sünder, dessen Termine bei Justitia sich häufen. "Zuerst wird es ein Treffen mit dem für mich zuständigen Österreichischen Verband geben. Mein Anwalt hatte sich bereits bei der WADA über die Kronzeugen-Regelung informiert, die eine Halbierung meiner zu erwartenden Strafe auf ein Jahr bringen könnte", sagte der 30-Jährige.
Verklagt wurde er von den von ihm Beschuldigten noch nicht. Mögliche Kosten, die dabei entstehen könnten, seien Vertragsgegenstand mit dem "Spiegel". In dem Nachrichtenmagazin hatte Jaksche ein umfassendes Geständnis abgelegt. Trotzdem ist die ermittelnde Staatsanwaltschaft Ansbach an Jaksche-Anwalt Michael Lehner noch nicht wegen eines Vernehmungs-Termins herangetreten, berichtete der seit sieben Jahren in Kitzbühel lebende Sportler weiter.
Von einer Einladung vor die unabhängige Anti-Doping-Kommission des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), zu der ihn Verband-Präsident Rudolf Scharping am Sonntag in Wiesbaden wohl etwas vorschnell "für übernächste Woche" einlud, wusste Jaksche noch nichts: "Ich habe bis zur Stunde keine Einladung. Komme aber gerne, wenn sie meine Aussage wollen." Das Gremium mit Fritz Sörgel vom Institut für medizinische und pharmazeutische Forschung in Nürnberg soll am 12. Juli seine Arbeit aufnehmen.
Zur Zeit fahre er täglich zwei bis drei Stunden, um abzutrainieren. Sollte er in den Genuss eines Straf-Rabatts durch die Kronzeugen-Regelung kommen, wie WADA-Chef Richard Pound wohl schon signalisierte, will der 30-Jährige im nächsten Jahr versuchen, wieder ein Team zu finden, das ihn als Radprofi anstellt.
Eurosport - dpa
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