Frauen-WM - Teil eins der Testspiel-Trilogie
Das Casting um die 21 WM-Tickets ist überstanden, und vor ihrer Bewerbung für einen Platz in der Startelf steigt bei den DFB-Damen die Vorfreude auf das Heimturnier. Mit dem Spiel gegen Italien beginnen in Osnabrück die heiße Vorbereitungsphase und der Kampf um die Plätze beim Start in Berlin.
"Das ist genau der richtige Gegner, um in WM-Stimmung zu kommen, weil er uns fordern wird", sagte Mittelfeldspielerin Ariane Hingst.
In Teil eins der abschließenden Testspiel-Trilogie mit Vergleichen gegen die Niederlande (7. Juni) und Norwegen (16. Juni) will Silvia Neid im Duell mit der Squadra Azzurra (ab 18:00 Uhr im Live-Ticker von eurosport.yahoo.de) den Ernstfall proben.
"Jetzt geht es auch darum zu sehen, wie wir im Eröffnungsspiel gegen Kanada auflaufen, Standards einzustudieren und das Angriffsspiel zu verfeinern", sagte die Bundestrainerin beim Trainingslehrgang in Marienfeld mit Blick auf den WM-Auftakt am 26. Juni. Das schnelle Umschalten auf die Offensive und ein "perfektes Konterspiel" erinnern Neid an Kanada, in ihrer Robustheit ähneln die Italienerinnen dem zweiten WM-Gruppengegner Nigeria.
"Das ist ein Traum"
"Die werden uns alles abverlangen", meinte Lena Goeßling in Vorfreude auf den "starken Gegner" Italien. "Überglücklich" war die 25 Jahre alte Innenverteidigerin, als am vergangenen Freitag der gefürchtete Absage-Anruf von Neid ausblieb und sie einen der begehrten Plätze im Aufgebot sicher hatte. "Darauf habe ich zwei Jahre hingearbeitet. Bei der WM im eigenen Land dabei zu sein, ist ein Traum für mich", betonte Goeßling.
Den arrivierten Weltmeisterinnen Anja Mittag (26), Conny Pohlers und Sonja Fuss (beide 32), für die das WM-Aus "die größte sportliche Niederlage meines Lebens" war, bleibt dies verwehrt - das darf als kleiner Generationswechsel in der zweiten Reihe gewertet werden. So bietet sich Außenverteidigerin Verena Faißt (22) oder Sturmstern Alexandra Popp (20) trotz wenig Länderspielerfahrung die Chance, WM-Atmosphäre aufzusaugen. Insgesamt sind acht Spielerinnen im Neid-Kader 23 Jahre oder jünger.
Dass sie nach den Triumphen 2003 und 2007 auch das dritte WM-Turnier in Serie verpasst, musste Inka Grings (32) hingegen nicht befürchten. Und auch ihre Muskelverletzung im Oberschenkel, die sie vor einer Woche beim 2:0 über Nordkorea noch zu einer Pause zwang, hält die 61-malige Torschützin nicht mehr vom Training beim Lehrgang in Ostwestfalen ab. Im bislang letzten Aufeinandertreffen mit Italien im EM-Viertelfinale 2009 erzielte Grings beide Tore zum 2:1-Erfolg.
Bei dieser Europameisterschaft gelang der DFB-Elf der bislang letzte große Turniersieg. Und auch der Ort des Testspiels gegen Italien hat Symbolcharakter. An der Osnabrücker Bremer Brücke holte die deutsche Auswahl vor genau 21 Jahren ihren ersten großen Titel - mit der 25-Jährigen Silvia Neid als Mittelfeldregisseurin.
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