Eurosport - Sa 03.Mai. 18:37:00 2008
67 Minuten rannte Werder im Weserstadion erfolglos auf das Cottbuser Tor an. Trotz Chancen im Minutentakt scheiterte der Tabellenzweite immer wieder am glänzenden Keeper Gerhard Tremmel, bis Markus Rosenberg Bremen mit der Führung erlöste (67.). Wenig später erhöhte Hugo Almeida zum 2:0-Endstand.
Bremen geht nach dem Sieg mit zwei Punkten Vorsprung auf die drittplatzierten Schalker in den nächsten Spieltag. Dann empfängt der Hamburger SV die Bremer zum Nordderby. Einziger Wermutstropfen nach dem Sieg aus Bremer Sieg war die fünfte Gelbe Karte für Torsten Frings. Ein unnötiger Zweikampf im Mittelfeld hatte die Gelbsperre des Kapitäns zur Folge. Bremen lag zu diesem Zeitpunkt bereits mit zwei Toren in Führung nach einer Leistung, die auch Energie-Trainer Bojan Prasnikar Respekt abnötigte: "Werder hat das ganze Spiel über Druck gemacht. Wir kamen nur schwer nach vorne, hatten aber auch zwei Chancen."
1.Halbzeit:
Kaum hatte Schiedsrichter Dr. Helmut Fleischer die Partie im Bremer Weserstadion angepfiffen, setzte Diego-Ersatz Mesut Özil das erste Ausrufezeichen. Mit einem mächtigen Schuss aus 20 Metern prüfte er Tremmel im Tor von Energie Cottbus, der mit einer guten Reaktion einen frühen Rückstand abwenden konnte. Der Schuss war das Startsignal für eine Halbzeit, in der die Fans Einbahnstraßenfußball auf das Tor der Gäste zu sehen bekamen. Die Lausitzer konnten nur mit vereinzelten Kontern auf sich aufmerksam machen. Einzig in der 33. Minute, als sich Werder-Schlussmann Tim Wiese bei einem Freistoß verschätzte, war das Tor der Gastgeber ansatzweise in Gefahr.
Werder dagegen erspielte sich Chancen im Minutentakt. Naldo sorgte per Freistoß für Gefahr (5.), dann versuchte es Özil (8.), bevor Torsten Frings mit einer passgenauen Flanke den einschussbereiten Boubacar Sanogo einsetzen wollte (7.). Gerade noch konnte Tremmel den Ball vor dem Ivorer wegschnappen. Weitere Großchancen hatten Tim Borowski (13., 34.), Daniel Jensen (13., 27.) und Ivan Klasnic (37.). Dennoch konnten die Bremer trotz drückender Übermacht und kraftraubender Spielweise den Ball nicht im Tor unterbringen und mussten sich mit einem 0:0-Pausenstand begnügen.
2.Halbzeit:
Nach Wiederanpfiff konnte Bremen zunächst nicht mehr an das hohe Tempo der ersten Halbzeit anknüpfen. Obwohl die Lausitzer diese Phase nicht nutzten, um selbst dem Spiel ihren Stempel aufzudrücken, gehörte ihnen die größte Chance der Anfangsphase der zweiten Halbzeit. Als Stanislav Angelov allein auf das Bremer Tor zustürmte, musste Wiese sein ganzes Können unter Beweis stellen, um per Fußabwehr einen Rückstand seiner Mannschaft zu verhindern (54.). Kurz darauf folgte die Reaktion von Thomas Schaaf. Werders Trainer wechselte seinen farblos gebliebenen Angriff aus und ersetzte Sanogo und Klasnic durch Rosenberg und Almeida (56.).
Diese Aktion brachte die Wende für Werder. Gute zehn Minuten später war der eingewechselte Schwede zur Stelle und verwandelte eine abgefälschte Flanke von Frings zum Führungstreffer (67.). Hatten die Gästefans ein Aufbäumen ihrer Mannschaft erwartet, so wurden sie enttäuscht. Mit dem Treffer im Rücken blieb Bremen die dominierende Mannschaft und sorgte aus der Distanz durch Rosenberg und Pasanen (71., 74.) weiter für Gefahr. Die Entscheidung brachte der zweite eingewechselte Stürmer: Nach glänzender Vorlage von Borowski war Almeida zur Stelle und schlug den Ball aus fünf Metern zum 2:0-Endstand in die Maschen.
Spieler des Spiels:
Torsten Frings war das Herz des Bremer Spiels: Mit viel Übersicht hielt der Mittelfeldspieler den Motor der Bremer Angriffsmaschine am Laufen und verlor nie die Geduld, bevor er die Vorlage zum Führungstreffer lieferte.