UEFA Cup - Toni trifft, aber Getafe gibt "Contra"

Eurosport - Fr 04.Apr. 00:43:00 2008

Die Bayern müssen um das "Triple" bangen. Beim Hinspiel im Viertelfinale des UEFA-Cups gegen den FC Getafe reichte den klar favorisierten Münchnern ein Tor von Luca Toni (26.) nicht, um das Spiel zu gewinnen. Cosmin Contra bestrafte in der Nachspielzeit (91.) die schwache Vorstellung der Gastgeber.

FOOTBALL 2007-2008 UEFA Cup Bayern Bayern-Getafe Toni - 0

Mit dem 1:1 ist Bayern beim Rückspiel in Madrid zum Siegen verdammt. Contras Auswärtstor bringt den Außenseiter in die komfortable Situation nicht unbedingt ein Tor erzielen zu müssen, um ins Halbfinale einzuziehen.

"Wir haben gegen eine gute Mannschaft gespielt, die den Ball laufen lassen kann. Bei den Kontern hat der tödliche Pass einfach gefehlt und am Schluss wird man dann eben dafür bestraft. Das 1:1 war absolut unnötig und ist ein schlechtes Resultat. Wir hätten in der Pause 2:0 führen müssen", schimpfte Bayerns Coach Ottmar Hitzfeld, dessen Team das "Triple" anvisiert, sowohl die Bundesliga als auch den UEFA-Cup und den DFB-Pokal zu gewinnen.

Dem konnte Lukas Podolski nur beipflichten: "Das Tor hat sich abgezeichnet. Wir hätten mindestens 3:0 gewinnen müssen bei unseren Chancen."

1. Halbzeit

Die Gastgeber aus München begannen die Partie erwartet forsch und es entwickelte sich in der ersten halben Stunde ein Spiel auf ein Tor, nämlich das der Gäste. Immer wieder wurde Keeper Oscar Ustari geprüft. Vor allem Bastian Schweinsteiger initiierte nach zuletzt durchwachsenen Leistungen einen starken Beginn.

Folgerichtig war er es dann auch, der in der 26. Minute einen wunderschönen Eckstoß in den Strafraum zirkelte. Luca Toni schraubte sich am höchsten und köpfte links am chancenlosen Ustari vorbei.

Die Bayern waren zwar weiterhin die Spiel bestimmende Mannschaft, gaben aber nach dem Tor das Zepter ein wenig aus der Hand. Kurz vor dem Pausenpfiff klärte Philipp Lahm für den vom Schneeregen und spärlichen Ballkontakten offenbar "eingefrorenen" Oliver Kahn auf der Linie.

Esteban Graneros Eckstoß kam präzise bei Innenverteidiger Pedro Mario an, der aus fünf Metern auf das Gehäuse köpfte, doch Lahm hielt auf der Linie gerade noch den Fuß hin.

2. Halbzeit

Getafe-Trainer Michael Laudrup hatte seinem Team in der Kabine offenbar die Leviten für den ängstlichen Beginn gelesen. Die Gäste betraten den Platz höchst motiviert, während die Bayern die knappe Führung scheinbar über die Zeit retten wollten.

Von "Zaubermaus" Franck Ribery gingen nicht die erwarteten Kreativ-Akzente aus. Schweinsteiger versuchte sich nur noch in hohen Bällen in Richtung des gegnerischen Strafraumes, und Toni hoffte davon bedient zu werden.

In der 73. und 74. Minute ließen die Gastgeber zwei "hundertprozentige" Konterchancen aus, als drei Bayern jeweils gegen einen Getafe-Spieler anrannten. Doch erst wollte es Toni zu verspielt lösen, dann verzog Podolski.

Fünf Minuten vor dem Abpfiff sicherte Aluminium den Bayern vorerst die Führung. Ze Roberto schaute einer Flanke von Pablo Hernandez nur zu und der eingewechselte Manu del Moral köpfte an die Latte. Kahn sah dabei schlecht aus, denn er kam zwar aus seinem Kasten, orientierte sich aber nicht in Richtung Ball.

In der Nachspielzeit wurde die Nachlässigkeit der Bayern dann endgültig bestraft. Fünf Münchner schauten Hernandez nach, wie er sich im Strafraum den Ball gegen Ze Roberto zurückeroberte. Cosmin Contra "erstolperte" dann glücklich mit einem Heber den 1:1-Endstand , der letztlich aber absolut verdient war.

Spieler des Spiels

Luca Toni brachte die Bayern früh in Führung und damit eigentlich auf die Siegerstraße. Auch wenn er in der zweiten Hälfte - wie fast alle seine Teamkollegen - farblos blieb, erzielte er das einzige Tor der Gastgeber und zeigte abermals seinen gefürchteten "Tor-Riecher".

Richard Rother / Eurosport