Eurosport - Do 03.Apr. 21:22:00 2008
Es war eine schallende Ohrfeige: Bayer Leverkusen kassierte im Hinspiel des Uefa-Cup-Viertelfinals eine deftige 1:4 (1:1)-Heimpleite und steht damit praktisch vor dem Aus. Die Gäste führten die schwachen Gastgeber streckenweise vor, Bayer fand kein Mittel gegen die konterstarken Russen.
Besonders Arshavin spielte die Abwehr teilweise schwindlig. "Das war ein total schlechtes Spiel von uns. Wir hatten uns soviel vorgenommen, konnte Simon Rolfes nach dem Spiel das Ergebnis noch gar nicht richtig fassen. "Wir sind alle sehr ernüchtert. Alle sind neben der Spur, das kann man nicht an Einzelnen festmachen", sagte Bayer-Trainer Michael Skibbe völlig desillusioniert. Durch die deftige Niederlage hat Leverkusen bereits nach dem Hinspiel fast keine Chance mehr auf das Halbfinale.
1. Halbzeit:
Beide Mannschaften begannen die Partie sehr vorsichtig und spielten aus einer sehr dichten Abwehr heraus. Erst nach einer Viertelstunde wurden die Gäste mutiger und kamen sofort zu Chancen. Pavel Pogrebniak (18.) und Igor Denisov (19.) brachten den Ball aber nicht im Bayer-Kasten unter. Dies erledigte Andrey Arshavin nach einem Fehler von Tranquillo Barnetta und Vratislav Gresko auf der linken Seite. Der quirlige Stürmer war von Karim Haggui nicht zu halten und versenkte den Ball aus halbrechter Position unter die Latte (20.).
Bayer wachte durch den Gegentreffer nicht auf, sondern spielte weiter behäbig, langsam und ideenlos. Lediglich Stefan Kießling sorgte durch Einsatz und Kampf für etwas Bewegung. Der Angreifer war es dann auch, der in der 33. Minute den zu diesem Zeitpunkt überraschenden Ausgleich erzielte. Dem Linksschuss von Kießling war ein Kopfball von Bernd Schneider vorausgegangen, den Roman Shirokov noch auf der Linie klären konnte.
2. Halbzeit:
Leverkusen kam zwar leidenschaftlicher aus der Kabine, aber nach vorne ging weiterhin nichts. Vielmehr schenkten die Werkself den Gästen durch einen Fehler von Friedrich die erneute Führung. Arshavin flitzte Gonzalo Castro davon und passte von links flach in die Mitte, wo Pogrebniak ungedeckt wartete und aus zwei Metern nur noch einschieben musste (53.).
Nur neun Minuten später der nächste Nackenschlag für die Gastgeber: Alexander Anyukov kam an der Mittellinie an den Ball, wurde nicht angegriffen und hämmerte das Leder aus 25 Metern in das linke Eck. Der Albtraum war aber noch nicht vorbei. In der 65. Minute rollte der nächste Konter auf Rene Adler zu, bei dem am Ende Denisov dem Keeper aus 15 Metern keine Abwehrchance ließ und zum 4:1 einschob.
Leverkusen war logischerweise geschockt und kam lediglich noch zu einer Torchance durch Kießling, die Zenit-Keeper Malafeev toll abwehrte (83.). Zwei Minuten später hatte Denisov sogar noch das 5:1 auf dem Schlappen, aber schoss nach einem Konter das Leder aus acht Metern am leeren Tor vorbei.
Spieler des Spiels: Andrey Arshavin
Der quirlige Stürmer war zu keinem Zeitpunkt von der Bayer-Hintermannschaft unter Kontrolle zu kriegen. Durch seine enorme Schnelligkeit riss er immer wieder große Löcher in die Abwehr.
Christian Steiler / Eurosport