Champions League - Fenerbahce trotzt Ballack und Co.

Eurosport - Do 03.Apr. 12:22:00 2008

Der FC Chelsea um Michael Ballack hat das Hinspiel im Viertelfinale der Champions League bei Fenerbahce Istanbul verpatzt. Die "Blues" gingen in der 13. Minute durch ein Eigentor von Deivid in Führung. Doch Kazim-Kazim (65.) und Deivid (81.) bogen die Partie zum 2:1 für den Außenseiter um.

FOOTBALL 2008 Ballack - 0

Damit steht die Mannschaft von Trainer Avram Grant beim Rückspiel an der Stamford Bridge unter Zugzwang. Trotz der ersten Pleite im laufenden Wettbewerb, sind die "Blues" weiterhin die favorisierte Mannschaft.

"Wir haben uns zu sicher gefühlt, das Spiel nach der Halbzeit nach Hause zu schaukeln. Man hat schon gegen Sevilla die Qualität dieser Mannschaft gesehen, wenn dann plötzlich sieben, acht Spieler nach vorne spielen und den Gegner unter Druck setzen", resümierte Ballack die Niederlage.

1. Halbzeit:

Jeder Ballkontakt der Gäste wurde von den frenetischen Fans von einem gellenden Pfeifkonzert begleitet. Angesichts dessen, dass in Hälfte eins fast nur die "Blues" im Ballbesitz waren, dürften dem ein oder anderen "Fener"-Anhänger die Ohren nach der Partie mächtig brummen.

Die Mannschaft von Avram Grant stand extrem tief und immer wieder wirbelten Didier Drogba und Joe Cole in den Strafraum. Vor allem Florent Malouda machte über den linken Flügel enorm Druck und ließ seine Gegenspieler Deivid und Wederson etliche Male alt aussehen.

In der 13. Minute war es dann auch Malouda, dessen Hereingabe von links Deivids Hacke traf, der unhaltbar ins eigene Tor abfälschte. Ausgerechnet der Brasilianer, der mit seinem Doppelpack in Sevilla das Viertelfinale für Fenerbahce perfekt machte, wirkte im "Hexenkessel" von Istanbul gänzlich überfordert.

Mit dem Halbzeitpfiff blieb Chelsea insgesamt schon exakt 666 Minuten ohne Gegentreffer. Die schlechten Omen aber konnten Drogba & Co. aber auf "Fener" abwälzen, denn einzig und allein die Gastgeber waren jetzt in Zugzwang.

2. Halbzeit:

In der ersten Hälfte traten die Hausherren noch wie die Mannschaft gewordene Hilflosigkeit auf. Doch als in der 65. Minute der eingewechselte Colin Kazim quasi aus dem Nichts den Ausgleich markierte, schöpften die Fans wieder Hoffnung.

Keine zwei Minuten nach dem 1:1 hatte Michael Ballack die neuerliche Führung der "Blues" auf dem Fuß. Doch "Fener"-Keeper Volkan Demirel stand goldrichtig und hielt den strammen Distanzschuss des Deutschen.

In der 81. Minute stellte Deivid den Spielverlauf endgültig auf den Kopf. Ausgerechnet der Unglücksrabe beim Eigentor ließ die komplette "Blues"-Defensive stehen und zirkelte den Ball aus 20 Metern an Petr Cechs Ersatzmann, Carlo Cudicini, vorbei - diesmal ins richtige Tor.

Den Rest der Spielzeit kontrollierten die Gastgeber das Geschehen. Auch der eingewechselte Nicolas Anelka konnte nicht mehr den nötigen Schwung aufbringen, um Chelsea zum Ausgleich zu verhelfen. Die ominöse Zahl ohne Gegentore beim Halbzeitpfiff hatte seine Wirkung nicht verfehlt.

Spieler des Spiels Deivid

Deivid stand in der ersten Halbzeit völlig neben sich. Doch in den zweiten 45 Minuten lief nahezu jeder Angriff über den Brasilianer, der seine Leistung dann noch mit dem Siegtreffer krönte.

Richard Rother / Eurosport