Eurosport - Di 03.Mrz. 13:51:00 2009
Kurz vor Beginn der neuen WTCC-Saison am 8. März im brasilianischen Curitiba spricht BMW-Pilot Jörg Müller im Exklusiv-Interview bei eurosport.yahoo.de über seine Saison-Ziele, die neuen Regeln und seine Lieblingsstrecken.
Wenn Sie noch einmal kurz Bilanz der letzten Saison ziehen, als sie am Ende in der Fahrerwertung Siebter wurden. Was lief aus ihrer Sicht falsch und was gibt ihnen Zuversicht für die kommende Saison?
Jörg Müller: Bei mir war das Problem im letzten Jahr das Qualifying. Da bin ich immer hinter meinem Teamkollegen gehangen. Darauf muss ich mich in diesem Jahr konzentrieren. Deshalb habe ich auch in der Testarbeit probiert, das Auto für eine Runde richtig gut hinzukriegen. Das hat bis jetzt ganz gut geklappt.
Hatten Sie im Winter Zweifel daran, dass es für Sie in der WTCC für BMW weiter geht?
Müller: Das hatten wahrscheinlich viele Fahrer im letzten Jahr, weil die Entscheidung von BMW lange auf sich hat warten lassen, ob man in der WTCC weiter fährt. Da hänge ich natürlich auch dran. Denn im Augenblick möchte ich nur in der WTCC fahren.
Hat Sie die Dominanz von SEAT in der vergangenen Saison überrascht?
Müller: Da kann man nicht von Überraschung sprechen. Yvan Muller im SEAT hätte im Jahr zuvor schon um ein Haar die Meisterschaft gewonnen, wenn er im letzten Rennen in Macao nicht ausgeschieden wäre. In der vergangenen Saison sind sie erst im zweiten Jahr mit dem Diesel gefahren. Da ist auf jeden Fall noch Potenzial drin gewesen.
"Qualifying ist Blödsinn"
Wie bewerten Sie die Regeländerungen in der WTCC bezüglich Qualifying und Gewichtsverteilung?
Müller: Die Gewichtsverteilung finde ich sehr gut. So kann man auch Markenintern sehen, wo man steht. Das war in den letzten Jahren nicht so. Nach einem schlechten Wochenende war man bei den nächsten Rennen extrem leicht und ist den anderen um die Ohren gefahren. Das Qualifying halte ich für Blödsinn. Bei uns dauert das Qualifying sowieso nur 30 Minuten. Deshalb finde ich es schwierig, das noch einmal aufzuteilen.
Wie sehen Ihre Ziele aus; persönlich und mit BMW?
Müller: BMW wird mich nicht in die Meisterschaft schicken, um das Feld voll zu machen. BMW erwartet von mir den Meistertitel und ich erwarte von mir den Meistertitel. Ich konnte in jedem Jahr Rennen gewinnen und war zweimal ganz nah dran, die Meisterschaft zu gewinnen. Warum soll ich das Ziel in diesem Jahr nicht verfolgen?
Den Saisonauftakt bilden drei Rennen außerhalb von Europa. Bedeutet das für Sie nur Reisestress oder finden Sie auch Zeit, Eindrücke zu sammeln?
Müller: Ich reise gerne. Deshalb kann man nicht von Stress reden. In Curitiba bin ich im letzten Jahr nicht nur Rennen gefahren, sondern ich war auch bei der Hochzeit meines Teamkollegen Augusto Farfus dabei. Auf Marrakesch freue ich mich riesig. Das soll ne schöne Stadt sein. Die werde ich mir sicherlich auch mal anschauen.
Wissen Sie denn schon etwas über die Strecke dort und wie beurteilen Sie die Expansionspläne der WTCC?
Müller: Ich finde es wichtig, dass viele neue Länder dazukommen. Von der Strecke habe ich bis jetzt eigentlich nur Fotos mit Baustellen gesehen. Deshalb kann ich dazu noch nicht viel sagen.
"Oschersleben ist mein emotionales Highlight"
Auf welches Rennen freuen Sie sich am meisten?
Müller: Das ist ganz klar Macao, seitdem wir Spa nicht mehr haben. Die Strecke ist sensationell. Auf dem Stadtkurs gibt es ganz enge Ecken, aber auch wahnsinnig schnelle Kurven. Am meisten mag ich dort aber die Atmosphäre im Fahrerlager. Es ist das letzte Rennen ist. Da wird sich untereinander viel mehr geholfen als vorher und die Kommunikation unter den Teams ist auch viel angenehmer.
Was sagen Sie über die einzige deutsche WTCC-Strecke in Oschersleben?
Müller: Von der Strecke an sich gehört Oschersleben nicht zu meinen Favoriten. Emotional ist es aber mein wichtigstes Rennen. Es ist das einzige, wo ich meine Familie da habe, wo ich hoffentlich viele deutsche Fans hab und wo immer eine sensationelle Stimmung herrscht. Das ist das erste Highlight im Jahr.
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