Aus und vorbei: Rohwein schmeißt hin

Eurosport - So 02.Mrz. 10:02:00 2008

Aus und vorbei: Peter Rohwein tritt nach der Saison als Cheftrainer zurück. Der stark in der Kritik stehende Bundstrainer greift damit der ohnehin im Raum stehenden Trennung vor. In einem Interview führt der 45-Jährige fehlendes Vertrauen und die Missachtung von Absprachen als Gründe an.

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"Wir trennen uns, das steht fest. Im gegenseitigen Einvernehmen", wie der Chefcoach betont. Allerdings macht Rohwein keinen Hehl daraus, dass er "maßlos enttäuscht" sei.

In dem Gespräch mit den Nachrichten-Magazin "Spiegel" rechnet Rohwein sowohl mit dem Deutschen Ski-Verband (DSV) als auch mit dem ehemaligen Weltklasse-Springer und jetzigen Fernseh-Kommentator Dieter Thoma ab. "Leider wurden nicht alle Vorgaben, wie wir sie im Team besprochen haben, von allen Beteiligten umgesetzt. Da war ich im Nachhinein gesehen etwas zu vertrauensvoll", sagt der Allgäuer.

Scharfe Kritik an Schmitt und Thoma

An die Adresse von Martin Schmitt, der die Trainingsmethoden Rohweins öffentlich kritisierte, gerichtet sagt der Bundestrainer: "Ich war immer offen für interne Verbesserungsvorschläge. Das Problem liegt woanders. Ich habe immer Selbstständigkeit von meinen Athleten gefordert. Martin wurde in seinen erfolgreichen Zeiten alles abgenommen. Die Athleten werden auf ein Niveau gehoben, zu kleinen Helden gemacht, dabei sind es ganz normale Menschen, die einfach eines besser können als andere: Skispringen."

Ein besonderer Dorn im Auge ist Rohwein jedoch Thoma. "Er schießt seit dreieinhalb Jahren gegen mich und die Athleten, ohne sich zu informieren. Die Springer nehmen das doch auch im Unterbewusstsein auf", echauffiert sich der gelernte Zahntechniker und macht damit den Mannschafts-Olympiasieger von 1994 indirekt auch für die schlechten Leistungen der DSV-Adler mitverantwortlich. "Thoma benutzt die Fernsehbühne, um seinen Namen im Gespräch zu halten. Das ist nicht mein Niveau. Die wirklich großen Leute des Deutschen Skisprungs sind Jens Weißflog und Sven Hannawald", so Rohwein.

Stefan Zürn / Eurosport