Chamonix - Abfahrts-Krimi mit Herzschlagfinale
Fr 03.Feb. 15:06:00 2012
Klaus Kröll hat die Abfahrt im französischen Chamonix gewonnen. Der Österreicher gewann mit dem kleinstmöglichen Vorsprung vor dem Amerikaner Bode Miller. Dritter wurde der Schweizer Didier Cuche. Es war der erste Abfahrts-Sieg eines Österreichers seit elf Monaten.
Vor dem Rennen galt Klaus Kröll aus Österreich bei Temperaturen um minus 15 Grad gerade einmal als Mitfavorit. Die meistgenannten Siegaspiranten waren die Schweizer Didier Cuche und Beat Feuz sowie Bode Miller aus den USA.
Bei leichtem Schneefall machte Kröll den Unterschied in der sogenannten "Rocher Blanc"-Kurve. In der rechtslinks Kombination investierte der 31-Jährige aus Öblarn in die Linie, konnte die schwierigen Kurven in einem Zug durchfahren und nahm viel Geschwindigkeit über die "Mauer", wo er eine perfekte Sprungtechnik bewies.
Miller verspielt Vorsprung
Da ansonsten Gleitqualitäten zählten, konnte Kröll seine 95 Kilogramm auf den Ski bringen. Mit einer fehlerfreien Fahrt lag er im Ziel mit acht Hundertstelsekunden vor dem bis dahin führenden Erik Guay aus Kanada.
Gleich nach ihm verließ Miller das Starthaus. Mit einer aggressiven, angriffslustigen und risikoreichen Fahrweise holte der US-Star bis zur "Mauer" einen Vorsprung von über sechs Zehntel heraus. Nach dem Sprung verlor der Amerikaner kontinuierlich Zeit und lag im Ziel mit dem minimalsten Rückstand von einer Hundertstelsekunde hinter Kröll.
Erster ÖSV-Sieg seit elf Monaten
Der Führende der Abfahrtswertung, Cuche, fuhr in der "Rocher Blanc" die engste aller Linien. Über die "Mauer" sprang der zum Ende der Saison zurücktretende 37-Jährige nicht ideal, da er beim Absprung verzog. So verlor auch der Schweizer in der nachfolgenden Gleitpassage einiges. Der Neuenburger kam mit einem Rückstand von 0,04 Sekunden über den Zielstrich, was Rang drei bedeutete.
Für Kröll war es der dritte Abfahrtssieg seiner Karriere. Mit dem Erfolg auf der Ersatzabfahrt für Gröden beendete er eine Durststrecke der Österreicher, denn der letzte Abfahrtstriumph des ÖSV-Männerteams lag fast elf Monate zurück. Im März fuhr Michael Walchhofer in Kvitfjell den letzten Erfolg ein.
Stechert bei Comeback überzeugend
Nur einer der drei DSV-Athleten kam in die besten 30. Mit nur 1,12 Sekunden Rückstand auf den Gewinner platzierte sich Tobias Stechert bei seinem Comeback auf den 23. Rang und holte Weltcuppunkte. Der von der Startnummer eins benachteiligte Stephan Keppler fiel auf den 51. Platz zurück. Ein bisschen besser erging es Andreas Sander mit Platz 40, doch auch er verpasste die Punkteplatzierungen deutlich.
In der Abfahrtswertung konnte Kröll auf Cuche einiges aufholen, denn sein Rückstand beträgt nur noch 80 Punkte. Zwischen den beiden Routiniers liegt der Schweizer Beat Feuz (21.). Er hat auf seinen Landsmann an Boden verloren und muss nun um seinen zweiten Platz bangen.
Auf den ersten drei Plätzen hat sich ebenfalls in der Gesamtwertung nichts verändert. Da Marcel Hirscher aus Österreicher nicht gestartet ist und der führende Kroate Ivica Kostelic nicht in die Punkte fuhr, bleibt alles beim Alten. Dritter in dieser Wertung ist Feuz.
Video: Kröll gewinnt Chamonix-Abfahrt
Kroell downhill
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Jann Zurbuchen / Eurosport
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