Bundesliga - Stuttgart noch im Winterschlaf

Eurosport - So 03.Feb. 20:08:00 2008

In einem mitreißenden Spiel schlugen die "Knappen" aus Gelsenkirchen den amtierenden Meister mit 4:1 (2:0). Die Tore erzielten Kuranyi (32./51.), Westermann (75.) und Neuzugang Ze Roberto (92.). Zwischendurch konnte da Silva nur verkürzen (61.). Schalke war zu jeder Zeit die überlegene Mannschaft.

FOOTBALL 2007-2008 Bundesliga Schalke Schalke-Stuttgart Kuranyi - 0

Durch diesen fulminanten Start in die Rückrunde konnte der FC Schalke 04 bis auf einen Punkt auf den Drittplatzierten Bayer Leverkusen aufschließen. Der VfB Stuttgart dagegen, der im heutigen Spiel auf die gesperrten Ricardo Osorio, Pavel Pardo und Serdar Tasci verzichten musste, ist vom amtierenden Meister zum Mittelmaß der Liga verkommen.

1. Halbzeit

Nach der Winterpause starteten beide Teams vor 61 482 Zuschauern und den Augen von Bundestrainer Joachim Löw sehr engagiert und kraftvoll. Schon vor Spielbeginn stellten beide Vereine klar, dass sie bei der Verteilung der vorderen Tabellenplätze durchaus noch ein Wort mitreden wollen. "Für uns gilt auf jeden Fall verlieren verboten heute. Wir wollen oben rankommen und müssen das Spiel gewinnen", stimmte Trainer Mirko Slomka seine Elf auf das Spiel ein. Und dieser Appell wirkte. Schalke 04, dessen in der Winterpause neu akquirierten Spieler allesamt auf der Bank blieben, zeigte von Beginn an mehr Ballsicherheit und kam folgerichtig zu den besseren Möglichkeiten. Agierte Kevin Kuranyi bei seinen ersten Versuchen noch etwas ungeschickt, zeigte er in der 32. Minute seine ganze Klasse: Nach einer Flanke von links durch Ivan Rakitic nutzt er einen Aussetzer Fernando Meiras und köpfte das Leder kraftvoll in die Maschen. In der Folgezeit bemühte sich der VfB zwar noch den Ausgleich zu erzielen, konnte jedoch keine nennenswerten Chancen für sich verbuchen.

Glück in den Reihen der Schwaben hatte gegen Ende der Ersten Hälfte der bereits gelbverwarnte Roberto Hilbert, als er nach erneutem Foul vom Unparteiischen Dr. Felix Brych nur ermahnt wurde. Bei einer erneuten Gelben Karte hätte er das Spielfeld verlassen müssen. Folgerichtig reagierte Armin Veh und tauschte ihn in der Hälfte durch Antonio da Silva aus.

2. Halbzeit

In der Zweiten Halbzeit untermauerten dann die Mannschaften erneut ihre Ambitionen. Doch auch diesmal konnte der Gastgeber mehr Profit schlagen. Hierfür bedurfte es aber der Mithilfe des Stuttgarter Schlussmanns Raphael Schäfer: Einen Freistoß von Rakitic konnte er nicht rausfausten, so dass der Ball genau vor seinen Füßen landete. Mannschaftskollege Meira reagierte nicht schnell genug, und so war erneut Kuranyi als erster zur Stelle und stocherte das Leder über die Linie (51.). Wehrmutstropfen in der Folgezeit war, dass der Torschütze beim Jubel sein Trikot auszog und durch diese kopflose Aktion seine fünfte Gelbe Karte kassierte, welche ihn am nächsten Wochenende beim Revier-Derby in Dortmund zuzuschauen zwingt.

Stuttgart warf jetzt das Spiel nach vorne und wurde durch den Anschlusstreffer belohnt. Doch wie zuvor beim Gegentor bedurfte es erneut der Mithilfe des Torhüters: Dieses Mal Manuel Neuer war bei einem Freistoß von da Silva (61.) nicht auf seinem Posten, was dieser schlitzohrig zu einem Heber zum 2:1 nutzte. Dieser etwas glückliche Treffer beflügelte dann jedoch nicht etwa die Schwaben, sondern die Heimmannschaft. Wagemutig warfen die "Knappen" alles nach vorne. Und wurden mit dem 3:1 belohnt. In der 75. Minute konnte der freistehende Heiko Westermann nach erneuter Flanke von Rakitic per Kopf vollenden. Den auf der Tribüne verweilenden Bundestrainer Joachim Löw wird es gefreut haben, hat er Westermann doch für das Länderspiel gegen Österreich erstmals in den Kader der DFB-Elf berufen.

Das 3:1 machte Meister Stuttgart den Garaus, in der verbleibenden Viertelstunde gelangen den Schwaben kaum mehr nennenswerte Aktionen. Im Gegenteil: In der zweiten Minute der Nachspielzeit konnte der kurz zuvor eingewechselte Neuzugang Ze Roberto aus Brasilien sogar noch auf 4:1 erhöhen.

Spieler des Spiels: Ivan Rakitic

Zwar erzielte Kuranyi zwei Treffer, der Schweizer mit kroatischen Wurzeln war jedoch der alles bestimmende Mann. Drei Treffer seiner Elf bereitete er vor. Und auch sonst war der 19-Jährige Dreh- und Angelpunkt seiner Mannschaft.

Tim Proll / Eurosport