Eurosport - So 03.Feb. 15:51:00 2008
Die Bundesliga hat eine neue Attraktion - und Eintracht Frankfurt in Martin Fenin einen neuen Liebling. Mit einem "Dreierpack" beim Debüt für seinen neuen Klub schoss er sich direkt in die Herzen der Fans. Beim 3:0-Auswärtssieg bei Hertha BSC versetzte er nicht nur den Gegner ins Staunen.
Fenin gab sich aber zunächst bescheiden: "Ich freue mich riesig. Das war der erste Hattrick meiner Karriere", sprach er in recht flüssigem Deutsch in die Mikrofone der erwartungsvollen Journalisten-Meute. Dann wurde der Tscheche, der in der Winterpause für 3,5 Millonen Euro von FK Teplice zur Eintracht kam, eine Spur selbstbewusst, um nicht zu sagen frech: "Nächste Woche gegen Arminia Bielefeld schieße ich wieder ein Tor, vielleicht auch zwei!", versprach der 20-Jährige.
Der Höhenflug sei ihm gegönnt, denn großartiger hätte der Bundesliga-Einstand für ihn kaum sein können. Fenin erzielte alle drei Tore im Olympiastadion den Berlinern (39., 60. und 90. Minute), Frankfurt ist dank neuer Treffsicherheit seit vier Spielen ungeschlagen und derzeit als Tabellenachter mit 26 Punkten aller Sorgen ledig.
"Ich bin zwar überrascht über die drei Tore, aber nicht über seine Leistung", urteilte Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel und fügte hinzu: "Ich bin froh, dass die Mannschaft den guten Eindruck vom Ende der Hinrunde und aus der guten Vorbereitung umsetzen konnte."
Eintracht statt Juventus
Fenin selbst ist eigentlich ein waschechtes Teplice-"Urgestein". Sein Talent wurde schon früh erkannt und gefördert.: Bereits im Alter von 16 Jahren schaffte er 2003 den Sprung in die erste Mannschaft. Nach und nach wuchs er mit den Herausforderungen und kam in der Saison 2006/07 immerhin schon auf 28 Einsätze (vier Tore) und schaffte sogar den Sprung in die A-Nationalmannschaft. Seine Dynamik und sein Torriecher waren mittlerweile unverkennbar geworden, bei europäischen Top-Klubs wie Juventus Turin war sein Name im Notizblock rot unterstrichen.
Trotz guter Angebote entschied sich Fenin letztlich für Frankfurt und unterschrieb einen Vertrag bis 2012. Wermutstropfen für die Eintracht: Trifft ihr "Neuer" weiter wie am Fließband, ist noch eine Nachzahlung fällig. Doch spätestens wenn Fenin die Hessen zurück in den europäischen Wettbewerb geschossen hat - oder anders formuliert - sie regelmäßig vor dem Abstieg rettet, dürfte er sich längst refinanziert haben...
Daniel Rathjen / Eurosport