Eurosport - Mo 04.Feb. 00:26:00 2008
Jose Mourinho kennt die meisten der Viertelfinal-Teilnehmer wie kein Zweiter. Der portugiesische Star-Coach wirft exklusiv für Eurosport einen Blick auf die bevorstehenden Partien (Sonntag und Montag ab 18:00 Uhr live bei Eurosport) und spricht über die Schlüsselspieler der letzten acht Teams.
Der ehemalige Übungsleiter des FC Chelsea trainierte in den vergangenen Jahren viele der Stars, die jetzt in Ghana um den Afrika Cup spielen. Einer davon ist Michael Essien aus Ghana, der mit den "Black Stars" auf Nigeria trifft.
"Er ist ein schüchterner junger Mann, der es nicht so sehr mag, im Mittelpunkt zu stehen. Aber er ist ein netter Kerl und eine echte Führungspersönlichkeit auf dem Platz", sagt Mourinho über den Chelsea-Akteur. "Ich denke, Sulley Ali Muntari ist der Spielführer - aber Michael ist der Boss auf dem Platz."
Mourinho liebt alle seine "Söhne"
Im Viertelfinale wird ein anderer "Ziehsohn" Mourinhos Essien und Co. gegenüber stehen: John Obi Mikel, der ebenfalls bei den "Blues" sein Geld verdient und noch unter der Regie des exzentrischen Trainers an die Stamford Bridge geholt wurde. Da tut sich Mourinho natürlich schwer, einen der beiden besonders hervorzuheben - und zeigt sich ganz väterlich: "Ich muss meine Söhne respektieren. Ich habe einen Sohn namens Michael Essien in einer Mannschaft und einen Sohn namens John Obi Mikel in der anderen. Ich möchte beiden den gleichen Respekt entgegenbringen. Man sagt ja auch nie: Ich liebe einen Sohn mehr als den anderen."
Im Kader der Cote d'Ivoire befinden sich besonders viele Spieler, die von Mourinho geformt und geprägt worden sind. Die Ivorer überzeugten in der Vorrunde mit drei Siegen und einem Torverhältnis von 8:1. "Das ist schon eine tolle Mannschaft mit Didier Drogba in der Mitte, Salomon Kalou links und Arouna Kone auf der rechten Seite", zeigt sich Mourinho begeistert von der Offensiv-Qualität des ehemaligen Teams von Uli Stielike.
Doch nicht nur das "Tor-Triumvirat" hat es in sich: "Sie verfügen noch über zahlreiche weitere gute Spieler: Kolo Toure zum Beispiel kann die Abwehr hervorragend organisieren. Yaya Toure hat alles: Er hat eine gewisse Stellung im Team, Präsenz und Qualität."
"Ich gönne Angola den Erfolg"
Besonders die Entwicklung von Kalou bereitet Mourinho Freude. "Er kam als Kind zu mir. Als sich unsere Wege trennten, da war er ein Mann. Ich habe in nur zwölf Monaten einen echten Kerl aus ihm gemacht", sagt der Portugiese in seiner typisch unbescheidenen Art.
Ein ganz persönliche Geschichte verbindet Mourinho mit K.o.-Runden-Debütant Angola, das gegen Ägypten ran muss. "Ich mag Angola, und der Grund dafür ist schnell erklärt: Meine Frau ist aus Angola. Ich gönne diesem Land den Erfolg", hofft der Champions-League-Gewinner von 2004 auf eine weitere Überraschung durch den Außenseiter.
Erleben Sie alle Viertelfinal-Partien des Afrika Cup am Sonntag und Montag ab 18:00 Uhr live auf Eurosport oder im Live-Ticker bei eurosport.yahoo.de!
Stefan Zürn / Eurosport