«Prinz Frust» Podolski: Nicht so schwer vorgestellt

Mo 02.Nov. 13:51:22 2009

Köln (dpa) - Die Euphorie nach der Heimkehr von Lukas Podolski zum 1. FC Köln ist dem Frust gewichen. «Ich wusste, dass es schwer werden würde», sagte der 24-jährige Nationalstürmer.

«Aber dass es so schwer werden würde, hätte ich nicht gedacht. Zu diesem Zeitpunkt bin ich schon enttäuscht.» Gründe dafür hat «Prinz Poldi» genug: Seit 613 Minuten ist er ohne Torerfolg für den Fußball-Bundesligaclub. Ohnehin hat Podolski in zehn Spielen erst einmal getroffen und bisher keine Torvorlage gegeben. Bei Bayern München hatte er zum gleichen Zeitpunkt der vergangenen Saison schon drei Tore erzielt.

«Die Situation tut mir weh. So stelle ich mir meine Spielweise und die des FC nicht vor», meinte Podolski nach dem 0:1 gegen Hannover 96, mit dem die Kölner vom 13. auf den 15. Tabellenrang und damit in die Abstiegszone abgerutscht sind. Dies liegt jedoch nicht allein an seiner Ladehemmung. Insgesamt gelangen dem rheinischen Club nur sechs Saisontreffer - selbst Schlusslicht Hertha BSC hat einmal mehr getroffen.

Wie das Fachmagazin «kicker» ermittelte, haben die «Geißböcke» zudem in elf Partien bisher nur 27 Chancen herausgespielt. Ein Minusrekord seit der Saison 1988/89 und ein schlechtes Omen. Die vier in dieser Negativstatistik folgenden Vereine Energie Cottbus (31 Chancen), Fortuna Düsseldorf (35), MSV Duisburg und Eintracht Frankfurt (je 37) waren alle am Saisonende abgestiegen. In der Zweitliga-Saison 2004/2005 hatte Podolski 24 Tore geschossen und nach dem Aufstieg in Liga eins für Köln zwölf Treffer im Oberhaus erzielt.

Der für zehn Millionen Euro vom 1. FC Köln nach drei Jahren vom FC Bayern zurückgeholte verlorene Sohn ist aber nicht nur enttäuscht über seine Formkrise, sondern auch von Trainer Zvonimir Soldo. Der Kroate ließ den Ausnahmestürmer zuletzt nicht zentral im Angriff spielen, sondern beorderte Milivoje Novakovic und Manasseh Ishiaku dorthin. «Die Situation ist, dass ich links und rechts spielen muss, weil es am besten für die Mannschaft ist», sagte Podolski. Dies sei mit dem Trainer so abgesprochen. «Damit habe ich kein Problem.»

Obwohl er direkte Kritik an Soldo meidet, lässt er doch durchblicken, dass er nicht wirklich zufrieden mit seiner Rolle ist. «Jeder weiß, dass ich meine Stärken im Zentrum besser ausspielen kann», meinte der 68-malige Nationalspieler, der für Deutschland fast so oft getroffen hat (35 Tore) wie in 132 Erstligaspielen für München und Köln (38).

Dass die Kölner Clubführung im Zuge seiner Heimhol-Aktion die Verpflichtung weiterer hochkarätiger Spieler zur Stärkung des Kaders versprochen hatte, dieses Versprechen aber nicht vollständig einlöste, kommentierte Podolski so: «Manchmal würde man gern etwas sagen, aber manchmal ist es falsch, etwas zu sagen.»

 

Kommentare 1 - 4 of 4

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  1. Wer zuletzt lacht lacht am besten.
    Wartet doch mal­ ab.
    Am Ende wird abgerechnet-Sind wir schon am­ Ende?
    Ich sehe die Probleme eher in­ Gelsenkirchen.
    Kulturelle Einrichtungen erliegen dem­ Sparzwang, aber in einem Fußballverein wird Geld­ verbrannt!
    M f G RAUDI

    Von wunderraudi, am Fr 6.Nov. 22:14
  2. Kommentar nicht angezeigt durch zu niedrige Bewertung. Zeigen

    Arme kleine Prinzessin. Vielleicht kann er sich im­ kommenden Jahr ja als Funkemariechen im Kölner Karneval­ ins Spiel bringen oder sich um einen Job als­ Kofferträger bei Robben bewerben. FNatürlich geht das­ nur, wenn er bis dahin in Schwung kommt und den­ Anforderungen dieser Jobs gewachsen ist.

    Von Martina, am Mo 2.Nov. 15:49
  3. Die Prinzenrolle...

    Von b2nightmare, am Mo 2.Nov. 15:35
  4. Prinz Poldi macht da weiter, wo er bei Bayern aufgehört­ hat: ZU glauben, dass sein unbestreitbares Talent­ alleine reicht, um der Star zu sein. Wer nicht­ dauerhaft an sich arbeitet wird auf Dauer von den­ weniger Talentierten überholt. Genau das passiert nun­ dem Poldi und irgendwann ist er, wenn er nicht­ aufpasst, nur noch Mittelmaß, wenn überhaupt!

    Von Freibier für alle!!!, am Mo 2.Nov. 13:58
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