München (dpa) - Im Dauerstreit zwischen dem FC Bayern München und seinem Lokalrivalen und Stadion-Mieter TSV 1860 München bahnt sich eine Auseinandersetzung vor Gericht an.
Die «Löwen» zahlen demnach seit Saisonbeginn nur noch einen Bruchteil des vertraglich vereinbarten Betrages für die Bewirtung der Besucher auf den knapp 3000 Business-Plätzen in der Allianz Arena. Das bringt die Stadion GmbH als hundertprozentige Tochter der FC Bayern AG nach Angaben von Manager Uli Hoeneß um Einnahmen von 50 000 Euro pro Heimspiel des TSV 1860 in der 2. Liga. «Das ist Geld, das sie uns klauen», zitierte die Münchner «tz» Hoeneß.
Das Münchner Landgericht bestätigte die Eingabe der Stadion GmbH (Aktenzeichen: 3HKO17908/09), einen Prozess-Termin gebe es aber noch nicht. «Der TSV 1860 ist ein Mieter, mit dem eine seriöse Zusammenarbeit kaum möglich ist», beklagte sich Hoeneß. Streitpunkt zwischen den Vereinen ist, dass 1860 seit dieser Saison nur noch für so viele VIP-Essen bezahlen will, wie tatsächlich gebraucht werden. Ausverkauft sind die Business-Seats bei «Löwen»-Heimspielen nicht.
Die vertragliche Vereinbarung, wonach beide Clubs angeblich jeweils zwei Millionen Euro pro Saison aufbringen müssen, hält 1860-Geschäftsführer Manfred Stoffers für «nicht haltbar». Man hoffe aber seitens des Zweitligisten «noch auf eine außergerichtliche Einigung», erklärte Stoffers. Man sei «fest überzeugt, im Recht zu sein».
Seit 2005 spielen der FC Bayern und 1860 in der damals für mehr als 300 Millionen Euro gemeinsam errichteten WM-Arena. Die «Löwen» konnten die Kosten als Zweitligist aber von Anfang an kaum stemmen. 2006 verkauften sie ihre Stadion-Anteile für elf Millionen Euro an den FC Bayern, entgingen so einer angeblich drohenden Insolvenz und wurden Mieter. Rund 5,3 Millionen Euro sind pro Saison fällig.
Immer wieder wird bei den «Löwen» ein Auszug aus der Arena diskutiert. Am 3. November will die «Projektgruppe Stadion- Zukunft» Ergebnisse für eine mögliche Rückkehr ins Grünwalder-Stadion präsentieren. «Diesen Verein gäbe es ohne unsere Hilfe gar nicht mehr. Wir haben ihn mehrfach gerettet», sagte derweil Hoeneß, der den «Löwen» vorwirft, «jahrelang katastrophal gewirtschaftet» zu haben.


Bild vergrößern

Kommentare 1 - 2 of 2
Mir ist aufgefallen : dem Uli steht seit Wochen Angst buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Jetzt wird es klar warum: Das ist die Angst des Hoeness vor Involvenz und Pleite.
Der angeblich ach so superreiche FCB mit seinen selbsternannten Supermanagern ist offensichtlich total knapp bei Kasse (wie alle anderen auch) - aber nur alles um den Faktor 5 schlimmer.
Arm, die Millionäre Hoeness und Rummenigge. Jetzt muss 1860 dran glauben.
Au backe, jetzt wird der Ulli sauer. Erst musste er den Loewen Geld zustecken, weil sie sich die Arena nicht leisten konnten in Liga 2 und jetzt wollen die Loewen nicht zahlen? Schweinerei.
Bitte melden Sie sich an.
Kein Yahoo!-Nutzer? Kostenlos Registrieren.