Entscheidung gegen England: Hunt will zu Löw

Mo 02.Nov. 17:22:09 2009

Bremen (dpa) - Aaron Hunt hat sich nicht nur ins Blickfeld von Bundestrainer Joachim Löw gespielt - auch Englands Nationalcoach Fabio Capello hat den zuletzt bärenstarken Offensiv-Spezialisten vom Fußball-Bundesligisten Werder Bremen offenbar ins Visier genommen.

Wie die «Bild»-Zeitung berichtete, hat sich Capello bei seinem U 21-Trainer Stuart Pearce über Hunt erkundigt. Doch der Italiener darf sich nicht allzu große Hoffnungen machen. «Ich habe schon ein paar Mal gesagt, dass ich für Deutschland spielen will. Ich bin hier aufgewachsen und habe hier das Fußballspielen gelernt», sagte Hunt nach dem Training. Mit 16, 17 Jahren habe er sich mal Gedanken über die Frage «Deutschland oder England?» gemacht. «Aber dann habe ich mich klar für Deutschland entschieden.»

Der Grund für Capellos plötzliches Interesse: Hunt ist derzeit in der Form seines Lebens. In den letzten fünf Bundesliga-Spielen markierte er fünf Tore und rettete den Bremern mit seinem Doppelpack das 2:2 beim 1. FC Nürnberg schoss. Theoretisch könnte der 23-Jährige, der eine englische Mutter und einen deutschen Vater hat, auch für die «Three Lions» kicken. Der Linksfuß läuft seit der U 16 zwar für deutsche Auswahlteams auf. Bis zu seinem ersten Pflichtspiel in Löws A-Elf wäre ein Wechsel auf die Insel aber möglich. «Es gibt in meiner Familie sicher einige, die mich für England gerne spielen sehen würden. Aber sie akzeptieren natürlich meine Entscheidung», sagte Hunt, den Verletzungen in den vergangenen Jahren immer wieder zurückgeworfen hatten. Zudem habe es noch nie Kontakt zum englischen Verband gegeben.

Stattdessen hofft Hunt auf einen Anruf Löws, der am Freitag den DFB-Kader für die Testspiele gegen Chile und die Elfenbeinküste am 14. und 18. November verkündet. «Der Bundestrainer hat noch nicht angerufen», erklärte Hunt, der angesichts seiner vergangenen Leidenszeit selbst vorsichtig geworden ist. Bescheiden analysierte er seine jüngste Leistungsexplosion. Wenn er zur deutschen Nationalelf eingeladen werde, freue ihn das, wenn nicht, dann vielleicht beim nächsten Mal.

Hunt ist nicht nur torgefährlich, er ist auch variabel einsetzbar. Er kann hinter den Spitzen spielen, aber auch als Stürmer - wie in Nürnberg. Die Bremer sind sich einig, dass eine Nominierung Hunts für die deutsche Auswahl gerechtfertigt wäre. «Er ist jetzt so weit, dass er eine Einladung verdient hätte», so Manager Klaus Allofs. Allerdings sei es unnötig, sich für seine Berufung einzusetzen, sagte Werder-Coach Thomas Schaaf: «Wir müssen nur auf seine Leistung schauen. Wenn er so spielt, müssen wir auch gar nichts sagen.» Sein Handy habe er immer eingeschaltet, sagte Hunt - bleibt abzuwarten, wer sich meldet. Löw oder Capello.

 

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