Eurosport - Fr 02.Okt. 18:20:00 2009
Im norditalienischen Susa hat der Prozess gegen zehn in den Doping-Skandal bei den Olympischen Spielen 2006 in Turin verwickelte österreichische Trainer, Funktionäre und Athleten begonnen. Zu ihnen gehört auch Peter Schröcksnadel, der Präsident des österreichischen Ski-Verbandes (ÖSV).
Am ersten Verhandlungstag wurde der Carabinieri-Kommandant Michele Fanelli befragt, der die Razzia in den olympischen Außenquartieren von österreichischen Langläufern und Biathleten geleitet hatte.
Der Carabinieri-Kommandant berichtete, bei der Razzia in den Quartieren in Pragelato und San Sicario sei aus dem Fenster eines Zimmers ein Sack mit Spritzen und einigen medizinischen Substanzen geworfen worden. Der Sack wurde beschlagnahmt, die Substanzen wurden untersucht.
Fanelli, der als Zeuge der Turiner Staatsanwaltschaft vernommen wurde, berichtete, dass die Athleten kurz nach der Razzia massiv Wasser zu trinken begonnen hatten. Einige von ihnen hätten versucht, Flaschen hinter einem Sofa zu verstecken.
Streit um Übersetzungen
Die Anwälte der Verteidigung weigerten sich, ihrerseits den Zeugen zu befragen. Mehrere Dokumente, darunter die Aussagen des Ex- Biathleten Wolfgang Perner vor den österreichischen Justizbehörden, seien nicht übersetzt worden. Damit würden die Rechte des Angeklagten verletzt. Das Verteidigerteam bat daraufhin Richterin Alessandra Danieli, die Befragung des Zeugen auf den 16. Oktober zu vertagen. An diesem Tag will die Richterin bekanntgeben, welchen Beschluss sie in Bezug auf die nicht übersetzten Dokumente des Prozesses ergreifen will.
Die Rechtsanwälte der Angeklagten hoben hervor, dass die Bedingungen für einen ausgewogenen Prozess nicht vorhanden seien, da 1914 Seiten der verschiedenen Rechtshilfeverfahren aus dem Deutschen, Französischen und Englischen ins Italienische nicht übersetzt worden seien. Zu den nicht übersetzten Dokumenten zählen auch mehrere Akten des internationalen Skiverbands FIS, die zur Entlastung der Angeklagten vorgelegt worden waren. Die Rechtsanwälte verlangen, dass alle Dokumente übersetzt werden, bevor der Prozess fortgesetzt wird.
Kommentare 1 - 2 of 2
langlauf = doping, was wollen die da prüfen? da laufen in deutschland ein paar langläufer rum von denen vielleicht 50% der freizeitläufer nicht gedopt sind und die medien machen einen hype um diese sportart, als wäre sie soooooo wichtig! weg mit den bericht über diese drogensportart, ebenso wie mit den berichten über die radlchemiker und biathleten.
klingt irgendwie nach klammern an Strohhalme - naja, verdenken kann mans den Anwälten schließlich nicht - bekommen sie doch mehr Gage, je länger der Prozess läuft ...
*kopfschüttel*
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