Eurosport - Do 02.Jul. 13:59:00 2009
Der kurz vor dem Start zur Tour de France überführte Doping-Sünder Thomas Dekker beteuert seine Unschuld. Er habe nichts genommen und verstehe nicht, warum eine Probe vom 24. Dezember 2007, die negativ war, noch einmal analysiert worden sei, sagte er der niederländischen Tageszeitung "de Telegraaf".
Dekker wurde von seinem belgischen Team Silence-Lotto aus dem Kader für die am Samstag beginnende Tour gestrichen, nachdem seine Probe mit einer verbesserten Analysemethode nochmals untersucht worden war. Er wisse das nicht genau einzuordnen, sagte der 24-jährige Niederländer, "aber ich habe das Gefühl, dass ich betrogen wurde". Zur Zeit ist Dekker in Mailand, wo er mit seinem Anwalt Hans van Oijen das weitere Vorgehen berät.
"Thomas hat die Kontrolle verloren"
Der niederländische Verbandstrainer Leo van Vliet zeigte sich entsetzt: "Diese Nachricht hat mich sehr erschrocken." Dass die Tests mit neuen Methoden wiederholt wurden, sei "eine gute Sache". Egon van Kessel, Nationaltrainer bis 2008, sagte: "Thomas hat die Kontrolle über sein Leben vollkommen verloren. Man hat ihn auf einen hohen Sockel gestellt. Da stand er gerne drauf. Es ist unglaublich, dass niemand wagte, ihn zu korrigieren oder zu kritisieren."
Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA hatte die neue Untersuchung der Dekker-Probe in Köln veranlasst, da der Profi in den vergangenen Monaten mit anormalen Blutwerten auffällig geworden war. Dabei soll nach Informationen niederländischer Medien Dyn-EPO gefunden worden sein. Offizieller Wohnort Dekkers ist Monaco. Er fährt wie sein ehemaliger Rabobank-Kollege Michael Rasmussen jedoch mit einer Lizenz des monegassischen Radsportverbandes. Vor drei Jahren war Dekker nach Italien gezogen und wohnte in Lucca. Der umstrittene italienische Arzt Luigi Ceccini hat Trainingspläne für ihn geschrieben.
Kein Rückzug von Rabobank
Schon im Vorjahr hatte es Spekulationen um Dekker gegeben. Sein damaliges Team Rabobank hatte den nun überführten Profi wegen angeblicher Formschwäche nicht für die Tour 2008 nominiert und sich später von Dekker getrennt. Auch seinen geplanten Olympia-Start in Peking sagte Dekker überraschend ab.
Rabobank-Teamleiter Erik Breuking wollte die Nachricht von der nachträglichen positiven Probe seines Ex-Fahrers nicht weiter kommentieren. "Bei uns gilt die Null-Toleranz-Grenze", stellte er nur fest. Weitere Kommentare lehnte er ab, da Dekker nicht mehr zu seinem aktuellen Team gehöre. Die Rabobank sehe noch keinen Grund, sich aus dem Profi-Radsport zurückzuziehen, sagte Heleen Crielaard, Leiterin der Sponsorabteilung der Bank. Seit 13 Jahren würden überführte Sportler fristlos entlassen. Erst wenn festgestellt würde, dass im Radteam strukturell gedopt würde, würde die Bank aus dem Sponsoring aussteigen.
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Kommentare 1 - 13 of 13
Lebenslange strafen sind das einzige was wirklich weiterhilft. Hier sollte man dann auch bedenken, dass ein solch rigoroses Vorgehen wirklich abschreckt. Es zeigt sich doch in den letzten Jahren immer wieder, dass ertappte Sportler nach zwei Jahren ohne Probleme zurück ins Business finden. Basso und Wino sind hier keine Ausnahmen sondern eher die Regel.
Ich bin mir zudem ziemlich sicher, dass im Falle einer lebenslangen Sperre mehr ausgepackt wird, da ein weiteres Engagement ja ohnehin ausgeschlossen ist.
Natürlich wären solch skurrile Auftritte wie die von Alldag, Lefevre und Co auch unterbunden, da man hier nach den gleichen Vorgaben vorgehen sollte.
Ein Sumpf gehört ausgetrocknet nicht bewässert, dass wissen auch die Niederländer schon seit Hunderten von Jahren.
Lebenslange Sperren sind schon sehr hart für Ersttäter. Wer hingegen öfter dopt bei dem sollte durchaus sehr streng bestraft werden. Mein Vorschlag: Die Radler sollten doch mal die Hintermänner, Ärzte, usw. bekanntgeben. å la Kohl!
Die Wurzel des Übels muß doch gezogen werden! Der kleine Sportler ist doch nur das Ende einer langen Kette, die vor so einem Dopingfall abläuft. Irgendwer muss doch Druck auf die Teams und deren Schergen ausüben. Immer ist der Radfahrer schuld. Wenn du einen Diabetiker ins Schlaraffenland schickst darfst du dich auch nicht wundern wenn er nach zwei Wochen das Zeitliche segnet. Die Verführung ist einfach zu groß.
Ich bin auch für eine lebenslange Sperre da andere Maßnahmen scheinbar doch nicht so greifen. Allerdings, so ganz positiv sind 2 Jahressperren nicht. Nicht alle bekommen nach der der Sperre so ohne weiteres einen neuen Rennstall, 2 Jahre Training können die Wettkampfhärte nicht ersetzen.
@ gutesmensch
Na na na, das mit dem Arbeitslager lassen wir mal lieber schön bleiben...
Ich finde es gibt nur eine wirkliche Abschreckung: Lebenslange Sperren. Jeder junge Profi wird sich dann ein bisschen länger und genauer überlegen, ob er das Ziel, nämlich ein (eventuel sogar guter) Radprofi zu werden, einfach so über den Haufen schmeißt. Wenn man jahrelang nur auf ein Ziel hingearbeitet hat, vllt. sogar auf Ausbildung oder höheren Schulabschluss verzichtet hat und dann beim Dopen erwischt wird und dann lebenslang gesperrt wird, dann steht man vor einem Scherbenhaufen und muss sein ganzes Leben umkrempeln. Zweijahressperren gehen rum und man kann die Zeit nutzen, um ungestört trainieren zu können. Aber man weiß trotzdem jeden Tag, dass man zurück kommen kann. Aber lebenslang heißt so viel wie endgültig. Wer dann noch erwischt wird, am Besten noch mit EPO, der ist, so leid es mir tut, einfach zu blöde für diese Welt und verdient keinerlei Mitleid.
Aber einen Fakt darf man auch nicht aus den Augen lassen: Es kann ja auch sein, dass einem wirklich was untergemischt wird. Was zu Folge hat, dass bei lebenslangen Sperren erst auch verdammt viel untersucht und bewiesen werden muss. Ein riesen Aufwand, der zeigt, dass das Dopingproblem generell leider nicht so einfach in den Griff zu bekommen ist. Schon gar nicht mit Arbeitslagern...
noch viel mehr würde das ganze wirken, wenn so entlarvte doper neben der sperre schadenersatz leisten müssten und wenn sie das nicht können, das in einem arbeitslager abrackern müssten. dann erst würde vielleicht weniger gedopt werden, weil das eventuell doch abschrecken würde. so aber bekommen die armen kerle noch ne dicke schlagzeile.
Also bitte, natürlich ist Dekker unschuldig. Wie alle anderen auch. Doping kann nicht sein. Das war bestimmt der Weihnachtsmann. Was eine Witzfigur. Der merkt nicht, dass er das erste Bauernopfer der Tour ist.
Proben aufzubewahren und später, mit verbesserten Methoden, noch einmal zu analysieren, ist erst seit kurzem (Fuentes 2006!) im Programm. Aufbewahren alleine genügt ja nicht, da müssen strenge Regeln eingehalten werden, damit bei der Aufbewahrung, dem Transport und der Analyse nicht manipuliert werden kann.
Obwohl die "richtigen" Sieger dann erst viel später feststehen ist das richtig. Die Doper können nicht mehr davon ausgehen, dass es für einen Stoff oder eine Methode keinen Test gibt. Den gibt es vielleicht in einigen Jahren.
Die Aufdeckung kurz vor der Tour kann eine letzte Warnung sein: wir kriegen euchDoper - und wenn es erst Jahre später ist. Vielleicht ist einigen dann das Risiko tatsächlich zu hoch.
Hat sich wohl nicht artig nach dem Radsport "Code" verhalten- so hat man nochmal nachgeprüft. was man bei den "artigen" natürlich nicht macht.
Auch bei der Tour- werden nur "bestimmte" fahrer kontrolliert...die nicht so wertvoll für das Tour-Marketing sind
Es hat ja schon mal was, dass er nur Aussagen wie etwa
"Das ist eine sehr komische Geschichte. Wie kann eine Probe, die 2007 negativ war, plötzlich nochmal für offen erklärt werden? Da stimmt etwas nicht"
oder aber
"Sie sagte mir, dass ich 2007 positiv auf Epo getestet wurde. Ich habe mir die ganze Geschichte angehört. Dann fällt man hart auf den Boden."
von dem vorlauten Dekker hört. Zumindest fängt er nicht wirklich an seine Unschuld zu beteuern, wie die Überschrift des an sich guten Artikels es vermuten lassen würde.
Warum solche Ergebnisse dann immer kurz vor der Tour auftauchen verwundert mich aber schon ein wenig.
Nicht dass ich die Überführung von Dopern missbillige oder kritisiere, aber warum zum Teufel braucht man bei einigen Fahrern Jahre und Monate bis endlich Schriftsätze weitergeleitet werden? Was bezwecken UCI, ASO, WADA und die diversen Verbände eigentlich damit ???
Bleibt nur zu hoffen, das bis Samstag noch das ein oder andere Schaf aus der Herde genommen wird, wenn es der rege Schriftverkehr zwischen den Dopingbekämpfern denn zulässt.
und noch einer
heul heul, schluchz.... wie das wohl in seinen körper gekommen ist? heul heul...!!! vielleicht durch epoisierte zahnpasta :-) heul heul schluchz...!!!
ooh... er kann es gar nicht verstehen, wenn alte Proben mit neuen Methoden nochmal analysiert werden. Der arme Kerl. Hat viel Geld bezahlt, dafür Mittel zu bekommen die (noch) nicht nachweisbar waren und jetzt muß er einsehen, daß es verschwendet war. So eine Gemeinheit aber auch.
Runde Mitleid?
Eher nicht.
Neeee, er doch nicht, wein wein wein, ein Opfer der Gesellschaft. Mach doch ein Spendenkonto auf, ich überweis dir gleich was......
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