Eurosport - Mo 02.Jun. 15:05:00 2008
Nach drei Wochen ziehen die Stars und Teamchefs Bilanz: Alberto Contador findet, es sei doch gut gewesen, seinen Urlaub zu unterbrechen - schließlich habe er in Italien auch einen neuen Freund gefunden. Sein größter Rivale hingegen hält sich in Bälde für wohl schier unbesiegbar:
Alberto Contador (Astana/Sieger): "Dieser Sieg hat einen ganz besonderen Geschmack für mich, denn er kam unerwartet. Es gab auf den letzten Bergetappen schwierige Momente, aber ich bin mit Köpfchen gefahren und mein Team hat unheimlich für mich gearbeitet. Gerade Andreas Klöden hat sich für mich aufgeopfert. Ich kannte ihn vor dem Giro kaum, doch jetzt habe ich einen neuen Freund gefunden."
"Nachfolger von Miguel Indurain zu sein, ist unglaublich, das hätte ich nie für möglich gehalten. Als er den Giro gewann, war ich noch ein kleiner Junge!"
"Die Tour bleibt weiter mein großes Ziel, sie ist schwerer zu gewinnen als der Giro. Auf sie muss man sich monatelang vorbereiten. Aber der Giro war es wert, die Ferien für ihn zu unterbrechen. Ich glaube nicht, dass die Tour-Chefs ihre Meinung noch ändern und uns einladen - ich könnte aber sowieso nach diesem Giro auch nicht noch bei der Tour ganz vorne mitfahren."
Riccardo Ricco (Saunier Duval/2.): "Das Glück war nicht auf meiner Seite und am Ende war ich völlig erschöpft, nicht nur körperlich. Aber ich bin heiß auf den nächsten Giro, mit einem Jahr mehr an Erfahrung, werde ich fast unschlagbar sein. Ich mache jetzt zwei Wochen Urlaub und dann blicke ich auf meine weiteren Ziele, etwa die WM. Ich hoffe, mein Temperament zügeln zu lernen, denn ich weiß, dass meine teilweise vorschnellen Äußerungen manchmal ziemlich problematisch sein können."
Marzio Bruseghin (Lampre/3.): "Ich wusste immer, dass ich einen Platz in den Top 5 drauf habe. Ich bin erstmals als Kapitän in einen Giro gegangen, aber ich habe viel Erfahrung als Helfer und ich denke nicht, dass sich mein Status durch diesen Erfolg groß ändern wird. Ich bin weiter bereit, mich in den Dienst meines Kapitäns zu stellen."
Danilo di Luca (LPR, Vorjahressieger/8.): "Es ist mir nicht gelungen, den Erfolg von 2007 zu wiederholen und ich war fraglos auch nicht so stark wie damals. Doch ich habe gekämpft und mich bis zuletzt nicht geschlagen gegeben. Deshalb kann ich mit mir zufrieden sein."
Paolo Bettini (Quick Step, Weltmeister/19.): "Auch wenn es nicht mit einem Etappensieg geklappt hat, bin ich zufrieden. Noch will ich nicht sagen, ob das mein letzter Giro war. Erst einmal bin ich froh, diese schwere Rundfahrt beendet zu haben und konzentriere mich jetzt auf andere große Ziele!"
Christian Wegmann (Sportlicher Leiter Gerolsteiner): "Wir sind alles in allem einen starken Giro gefahren. Es war sicherlich nicht einfach, nur noch mit zwei Fahrern am Ende. Aber beide haben sich durchgebissen. Der personelle Aderlass hat nicht mehr viel Möglichkeiten gelassen. Die Jungs haben dennoch ihr Potenzial gezeigt. Vor allem Johannes Fröhlinger, der hier drei Wochen lang konstante Leistungen gezeigt hat."
Antonio Bevilacqua (Sportlicher Leiter Milram): "Im Großen und Ganzen sind wir zufrieden: Am zweiten Tag waren wir mit Erik Zabel sehr nahe am Etappensieg. Zudem konnten sich die Fahrer mit einer sehr guten Leistung bei den Sprintetappen präsentieren. Die Etappe nach San Vincenzo hätten wir auch gewinnen können, wenn Erik nicht im Finale behindert worden wäre. Die Jungs haben immer gezeigt, wenn möglich, dass sie eines der besten Sprinterteams in der Welt sind."
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