Eurosport - Sa 03.Mai. 00:47:00 2008
Auf Schalke ist derzeit volle Konzentration angesagt, denn nur vier Spieltage vor Schluss steht der Klub vor der Chance der direkten Teilnahme an der Champions League. Aber Trainer Mike Büskens warnt vor dem Spiel gegen Hannover vor Leichtsinn.
In den letzten acht Spielen konnte Schalke 04 einen Abstand von acht Punkten auf Rang zwei vollends minimieren. "Wir haben schon eine erstaunliche Aufholjagd hingelegt. Jetzt wollen wir auch unbedingt am Saisonende auf Platz zwei rangieren", beschreibt Rechtverteidiger Rafinha das neue Selbstverständnis in Gelsenkirchen, betont jedoch zugleich, dass dies keinesfalls als Hochmut verstanden werden soll.
Das Restprogramm spricht eindeutig für die Knappen, die im Vergleich zum derzeitigen Tabellen-Zweiten Werder Bremen vergleichsweise leichte Gegner vor der Brust haben. Während Werder nach dem Heimspiel gegen Cottbus noch gegen den HSV, Hannover und Leverkusen ran muss, warten auf die Schalker die 96er, Bochum, Frankfurt und Nürnberg. "In dieser heißen Phase kann man nicht mehr von leichten oder starken Gegner sprechen. Gegen uns gibt jede Mannschaft Vollgas", warnt Kapitän Marcelo Bordon. Sein Trainer Mike Büskens bestätigt: "Es wird gewiss kein Selbstläufer für uns. Auch Hannover ist eine sehr schwierige Aufgabe, die es zu bewältigen gilt."
Effizienter im Angriff werden
Büskens fordert von seinen Jungs hohe Konzentration. "Wir dürfen uns jetzt nicht aufgrund des Sechs-Punkte-Polsters auf Platz vier in Sicherheit wiegen. Wichtig ist einfach, dass wir von Spiel zu Spiel unsere Hausaufgaben erledigen."
Schon gegen Hannover möchte Büskens im Offensivbereich spielerische Fortschritte sehen: "Wir müssen unsere Angriffe besser abschließen und unnötige Ballverluste vermeiden. Denn das kostet Kraft." Hierfür muss er wohl erneut auf Spielmacher Ivan Rakitic verzichten, der nach seiner Sprunggelenkverletzung und dem 15-Minuten-Comeback in Hamburg noch nicht voll einsatzfähig ist. Der Kroate selbst brennt auf einen Einsatz: "Ich möchte Schalke unbedingt im Kampf um Platz zwei helfen. Wenn der Trainer mich aufstellt, dann gebe ich auch alles." Doch Büskens bremst seinen Ehrgeiz: "Er war vier Wochen verletzt und ist erst seit zwei Wochen im Training. Natürlich will er spielen, aber das wollen alle."
Rafinha und Jones vor dem Absprung?
Zu den Wechselgedanken von Jermaine Jones und Rafinha, welche in der Bild-Zeitung öffentlich wurden, wollte sich Manager Andreas Müller nur moderat äußern: "Es gab keinerlei offzielle Anfragen beim Klub. Daher mache ich mir keine Gedanken darüber." Mittelfeldspieler Jones nimmt den Gerüchten auch sogleich den Wind aus den Segeln, um für keine unnötige Diskussion zu sorgen: "Schalke ist ein Top-Klub. Ich bin glücklich hier und will für unsere Ziele alles geben." Rafinha bleibt ebenfalls hoch konzentriert und beteiligt sich nicht an Transfer-Spekulationen: "Jetzt gilt nur das Ziel Champions-League-Qualifikation."
Rafinha kommt auch gleich wieder zurück zum Wesentlichen: "Mit Hannover haben wir eine sehr kompakte und spielerisch gute Mannschaft zur Aufgabe. Mit einem Dreier gegen die 96er können wir richtig gut durchatmen." Und auch die Gäste sind gewillt eben diesen Dreier einzutüten. "Wir haben schon seit fünf Jahren in Gelsenkirchen nicht mehr gewonnen. Es wird mal wieder Zeit", so die Kampfansage von Verteidiger Valérien Ismaël, der am Samstag nach einer Kapselverletzung im rechten Knie wieder dabei sein will.
Schalke gewann fünf der letzten sechs Spiele gegen die 96er. Aber mit der Vergangenheit will man sich bei den Niedersachsen nicht mehr abgeben. "Was zählt ist jetzt. Schalke will ja bekanntlich alle vier ausstehenden Spiele gewinnen. Aber vielleicht stolpern sie ja schon über uns?", zeigt sich Hannover-Trainer Dieter Hecking angriffslustig. Wen wundert's, hat er doch noch zusätzliche Motivation, auf Schalke zu gewinnen: Schließlich wurde sein Freund Mirko Slomka erst vor wenigen Wochen in Gelsenkirchen abgesägt.
Aus Gelsenkirchen berichtet Hakan Uzun / Eurosport