Premier League - Lehmann: Sieg bei "Bewährungsprobe"

Eurosport - Sa 02.Feb. 19:14:00 2008

Gegentor kassiert, aber trotzdem gewonnen. Jens Lehmanns Einsatz im Tor von Arsenal London endete mit einem überzeugenden 3:1 (2:1)-Sieg bei Manchester City. Dem deutschen Nationaltorhüter dürfte es dabei wohl kaum recht sein, dass er einen ruhigen Nachmittag im Kasten erlebte.

FOOTBALL 2007-2008 Premier League Arsenal Man City-Arsenal Lehmann - 0

Das Problem Lehmanns hat zwei Ursachen, die sich gegenseitig bedingen. Erstens: Die "Gunners", die durch diesen Erfolg zumindest für ein paar Stunden die Tabellenführung erobert haben, dominierten das Geschehen über die gesamten 90 Minuten. Zweitens: Das Team von Arsene Wenger ließ kaum Torchancen für ManCity zu. Das ergibt in der Addition: Lehmann hatte keine Möglichkeit, sich ernsthaft auszuzeichnen.

Allerdings erfüllte Lehmann eine Erwartung, die Wenger vor der Partie an seine Nummer zwei richtete: Der 38-Jährige ging als Sieger vom Platz. Dank der Treffer von Emmanuel Adebayor (9./88.) und Eduardo da Silva (26.) darf sich der 38-Jährige also doch als Gewinner fühlen. Beim Gegentor von Gelson Fernandes (28.) war Lehmann zwar machtlos, allerdings erscheint es dennoch fraglich, ob er im Kampf um den Stammplatz im Tor der Nordlondoner einen Teilsieg errungen hat.

1. Halbzeit:

Arsenal machte von Beginn an klar, wer Herr im City of Manchester Stadium ist. Die Kreativabteilung um Alexander Hleb, Cesc Fabregas und Adebayor ließ es in den ersten Minuten zunächst ruhig angehen, nur um wenig später blitzschnell zuzuschlagen: Der aufgerückte Verteidiger Bacary Sagna hinterläuft Manchesters Michael Ball und bringt einen Steilpass von Hleb ins Zentrum zu Adebayor, der den Ball nur noch einschieben muss - die kalte Dusche für die Gastgeber war perfekt.

ManCity tat sich schwer, in die Partie zu finden. Arsenal entwickelte immer mehr Sicherheit und - die Hiobsbotschaft für alle Gegner der Nordlondoner - Spielfreude. In der 16. Minute war es erneut der brandgefährliche Adebayor, der per Kopf fast das 2:0 erzielte. Knapp zehn Minuten später war es dann soweit. Gael Clichy darf ungestört flanken, Adebayor legt auf Eduardo ab und der Stürmer erzielt ein Tor der Marke "besonders wertvoll": Der Brasilianer nimmt den Ball mit der Brust an, dreht sich und verwandelt per Seitfallzieher.

Erst jetzt wachten die Hausherren auf. Nur 120 Sekunden später sorgte Fernandes für Hoffnung bei den ManCity-Fans. Dabei profitierte das Team von Trainer Sven-Göran Eriksson von einem dicken Schnitzer Clichys, der den Ball am eigenen Strafraum vertändelte. Fernandes hatte keine Mühe, die Hereingabe von Vedran Corluka zu verwerten.

2. Halbzeit:

Die "Gunners" kamen mit Dampf aus der Kabine und wollten den Sack schnell zumachen. Aber erst in der 58. Minute hatte Fabregas die Gelegenheit dazu - sein Schuss aus 20 Metern ging knapp über die Querlatte. Die 66. Minute verdient besondere Aufmerksamkeit - denn zu diesem Zeitpunkt musste der deutsche Nationaltorhüter in Diensten der "Gunners" das erste Mal eingreifen: Lehmann stürmte bei einem Steilpass von Dietmar Hamann auf Darius Vassell heraus und klärte mit einer Fußabwehr. Mehr sollte der Arsenal-Keeper nicht mehr zu tun bekommen.

Arsenal beherrschten das Geschehen, ohne sich Verausgaben zu müssen. Manchester zeigte sich zu ängstlich und zu zögerlich. Auch Eriksson signalisierte von der Bank aus nicht gerade Risikobereitschaft - erst sechs Minuten vor dem Ende brachte der Schwede in Emile Mpenza einen zweiten Stürmer. Doch es half nichts: Adebayor schloss einen Konter der Gäste ab und besiegelte damit die erste Heimniederlage für ManCity in dieser Saison.

Spieler des Spiels:

Das Gesamtpaket stimmt bei ihm einfach: Emmanuel Adebayor ist Spielgestalter, Ballverteiler und Goalgetter in einem. Auch gegen ManCity überragte der Stürmer die bereits sehr gute Leistung seiner Mitspieler. Der Togolese ist momentan der wertvollste Mann für Arsene Wenger.

Stefan Zürn / Eurosport