Bundesliga - Fenin schockt Hertha BSC Berlin

Eurosport - Sa 02.Feb. 18:43:00 2008

Im Berliner Olympiastadion sahen 35.950 Zuschauer, wie Hertha BSC bei der klaren 0:3 (0:1)-Heimpleite den Gästen aus Frankfurt in allen Belangen unterlegen war. Martin Fenin avancierte bei seinem ersten Pflichtspiel für die Eintracht mit seinen Hattrick (39./60./90.) zum Matchwinner.

FOOTBALL 2007-2008 Bundesliga Berlin Berlin-Frankfurt - 0

Die Hauptstädter müssen sich nun nach der ernüchternden Heimpleite auf ihre Verfolger konzentrieren. Die Berliner belegen nach der Niederlage zwar weiterhin den 12. Platz (20 Punkte), können jedoch am Sonntag noch vom VfL Bochum (19 Punkte) überholt werden. Die Hessen haben mit einer beeindruckenden Mannschaftsleistung auch in dieser Höhe verdient gewonnen und stehen mit 26 Punkten im gesichterten Mittelfeld (8.) der Tabelle. Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel sagte nach dem Spiel: "Ich bin froh, dass die Mannschaft den guten Eindruck vom Ende der Hinrunde und aus der guten Vorbereitung umsetzen konnte."

1. Halbzeit:

Das Team von Hertha-Trainer Lucien Favre versuchte sich zu Beginn in das Spiel hinenzutasten. Mit direktem Passspiel wollten die Berliner ihr Angriffspiel aufbauen, um Sicherheit in die von zahlreichen Neuzugängen übersähte Elf zu bringen. Favres Wunschspieler Raffael und Gojko Kacar im Mittelfeld und der erst 19-jährige Pascal Bieler in der Abwehr gaben ihr Debüt vor heimischem Publikum.

Auf der anderen Seite fand die Eintracht erst nach der Anfangsphase in die Partie. Vor allem über die linke Angriffseite, wo Markus Weissenberger das Spiel immer wieder vorantrieb, sorgten die Gäste immer wieder für Gefahr. Nach einer Flanke des Österreichers (9.) rückte Neueinkauf Martin Fenin erstmals in den Fokus des Geschehens. Doch scheiterte er in dieser Szene, wie auch nach dem anschließenden Eckball am gut aufgelegten Hertha-Keeper Jaroslav Drobny.

Die anfängliche Sicherheit der Hertha war verflogen und Frankfurt drängte auf die Führung. Von Raffael und dem Rest der Berliner Offensive war in der zweiten Hälfte des ersten Spielabschnitts nichts zu sehen. Die Bindung zwischen den Mannschaftsteilen ließ, wie auch in der kompletten Partie, zu wünschen übrig. Die Gäste aus Frankfurt hatten auf alle Versuche der Hauptstädter die passende Antwort

Pal Dardai (24.) verzeichnete die einzig nennenswerte Chance für die Hertha für sich, nachdem er schön vom blassen Top-Torschützen Marko Pantelic bedient wurde. Der defensive Mittelfeldspieler verfehlte das Tor allerdings aus aussichtsreicher Position knapp.

Der tschechische Neuzugang der Hessen, Fenin, machte es in der 39. Minute besser. Wieder flankte Weissenberger den Ball von links in die Mitte, wo Ioannis Amanatidis den Ball mit dem Kopf verlängerte. Fenin ließ sich diese Chance nun nicht mehr nehmen und markierte den zu diesem Zeitpunkt nicht überraschenden und verdienten Führungstreffer.

Kurz danach hatte Amanatidis (43.) nach einer Hereingabe von Benjamin Köhler von der rechten Seite die große Chance auf 2:0 zu erhöhen. Doch die Teams gingen mit der 1:0-Halbzeitführung der Hessen in die Pause.

2. Halbzeit:

Auch nach der Halbzeitpause machten die Gäste den besseren Eindruck. Die Berliner hatten nach dem Rückstand kurz vor dem Seitenwechsel nicht mehr viel zu bieten. Im Aufbauspiel unterliefen der Hertha zu viele Fehler und die Frankfurter konnten das Spiel in Ruhe verwalten.

In der 60. Minute war es wieder der überragende Fenin, der die Hertha nun komplett schockte. Der Neuzugang kam nach einem mustergültigen Konter über Galindo und Amanatidis an den Ball, zog an Sofian Chahed an der Strafraumgrenze vorbei und ließ Drobny mit einem trockenen Linksschuss abermals keine Chance.

Favre schöpfte sein Wechselkontingent in der Folge komplett aus und wollte durch die Einwechslungen von zwei weitern Stürmern - Solomon Okoronkwo (68.) und Lukasz Piczszek (71.) - seiner Mannschaft noch einmal den nötigen Antrieb verleihen. Doch die neuen Spieler brachten das zuvor schon holprige Angriffspiel noch mehr aus dem Takt. Hertha-Coach Favre zeigte sich sehr enttäuscht und meinte: "Wir haben nach dem 0:1 den Kopf verloren."

Kurz vor dem Ende der Partie krönte Fenin (90.) sein Bundesliga-Debüt mit seinem dritten Tor des Tages und bescherte sich einen Traumeinstand und der Eintracht einen glänzenden Start in die Rückrunde. Wieder bediente der starke Amanatidis den Tschechen, der wie schon bei seinem zweiten Treffer mit dem linken Fuß zum 3:0-Endstand traf.

Spieler des Spiels:

Martin Fenin kam, spielte und traf gleich dreifach. Der Neuzugang aus Tschechien war ein ständiger Unruheherd vor dem Tor der Herthaner. Mit seinem dritten Treffer versetzte er den Berlinern den Todesstoß und brachte den Sieg der Eintracht in trockene Tücher. Fenin selbst kommentierte bescheiden: "Ich freue mich riesig. Das war der erste Hattrick meiner Karriere."

Andreas Lehmann / Eurosport