Bundesliga - Bayern zittern sich zum Auftaktsieg

Eurosport - Sa 02.Feb. 12:21:00 2008

Der FC Bayern hat zum Auftakt der Rückrunde einen knappen 2:1 (2:0)-Erfolg in Rostock gefeiert. Der Rekordmeister diktierte zwar die erste Hälfte durch die Treffer von Franck Ribery (11.) und Luca Toni (43.) nach Belieben, gab aber in Folge das Zepter ab. Enrico Kern (52.) traf für die Gastgeber.

FOOTBALL 2007-2008 Bundesliga Rostock-Bayern Toni - 0

Der FC Bayern München legte der Konkurrenz im Kampf um die Spitze gegen den FC Hansa Rostock vor. Die Münchner stehen nach dieser Partie mit 39 Punkten am Platz an der Sonne und können am Sonntag beruhigt in Richtung Bremen schauen, wo Werder den VfL Bochum empfängt. Hansa belegt weiterhin mit 17 Zählern Rang 15 der Tabelle, kann aber schon am Samstag von Energie Cottbus und dem 1. FC Nürnberg (je 15) verdrängt werden.

1. Halbzeit:

Der favorisierte Rekordmeister kam bei schwierigen Platzverhältnissen nur schwer in Fahrt. "Es ist ein Acker - und glitschig dazu", schimpfte der Bayern-Vorsitzende Karl-Heinz Rummenigge vor der Partie. Das Team von Trainer Frank Pagelsdorf war gut auf die Münchner eingestellt und ließ dem FCB keine Räume zum Kombinieren. Die Münchner standen zu Beginn zu weit vom Gegner weg und das Zusammenspiel ließ zu wünschen übrig.

Nach elf Minuten knackten die Bayern erstmals den Abwehrriegel der Gastgeber und erzielten die bis dahin nicht zu erwartende Führung. Zé Roberto setzte sich im Strafraum mit einer schönen Einzelleistung durch und setzte Franck Ribery in Szene. Der kleine Franzose, der bis dahin nicht in Erscheinung treten konnte und das Spielfeld in der Halbzeit vorzeitig verlassen musste, schob den Ball nach dem gelungenen Doppelpass mit dem Brasilianer zur 1:0-Führung ins Tor.

Im Anschluss war die Gegenwehr der Rostocker gebrochen. Miroslav Klose, der über weite Strecken der Partie unauffällig blieb, hatte eine hervorragende Möglichkeit die Führung zu erhöhen. Doch fehlender Egoismus und eine starke Abwehrleistung des Heimkehrers Gledson verhinderten das drohende 2:0. Da von Rostock nicht mehr viel nach vorne kam, hatten die Bayern mehr Chancen ihr Spiel aufzuziehen.

Ein langer Ball von Ernesto Sosa wurde von Luca Toni (43.) weltmeisterlich verarbeitet und so kam der Italiener auf Höhe des Elfmeterpunkts zum Abschluss, vollstreckte eiskalt und erhöhte die Führung. Mit einem verdienten 2:0 ging das Team von Ottmar Hitzfeld in die Halbzeitpause.

2. Halbzeit:

Hamit Altintop ersetzte den wenig agilen, aber dennoch fleißigen Ribery, der in der Kabine blieb, da ihm eine Blessur am Oberschenkel Probleme bereitete.

In der zweiten Hälfte schalteten die Bayern mehr als einen Gang zurück und überließen den Gastgebern die Initiative. Die Rostocker starteten ähnlich impulsiv, wie in der ersten Hälfte. Enrico Kern, der beste Hansa-Torschütze, tauchte in der 53. Minute vor Oliver Kahn auf. Der Keeper konnte zunächst noch glänzend parieren, war dann aber machtlos, als der Ball erneut vor Kern landete, nachdem er von Christian Rahn an die Latte geschossen wurde.

Die Rostocker witterten Morgenluft und das Spiel nahm noch einmal an Fahrt auf. Der Glaube an das Unmögliche war auf einmal geweckt. Doch der FC Bayern ließ in der Folge nichts mehr anbrennen und brachte den Sieg letztlich verdient über die Zeit.

"Ich bin sehr zufrieden, dass wir drei Punkte geholt haben. Wir hätten es uns sicherlich leichter machen können. Nur mit der kämpferischen Einstellung bin ich zufrieden", sagte Hitzfeld eine Woche vor dem Gipfeltreffen gegen Werder Bremen.

"Wir haben viel Glück gehabt, dass es zur Halbzeit nicht 3:0 oder 4:0 stand. Ich muss meiner Mannschaft aber ein Riesenkompliment machen, wie sie den Anschluss geschafft hat und richtig Fußball gespielt hat", resümierte Hansa-Trainer Frank Pagelsdorf.

Spieler des Spiels:

Aus der Partie auf insgesamt mäßigen Niveau konnte kein Spieler durch eine hervorragende Leistung herausragen. Bayern-Stürmer Luca Toni überzeugte jedoch einmal mehr als sicherer Vollstrecker. Der Weltmeister sicherte den Münchnern mit seinem zehnten Saisontreffer den am Ende schmeichelhaften Sieg.

Andreas Lehmann / Eurosport