Bundesliga - Bayern tanzt nur eine Hälfte

Eurosport - Sa 02.Feb. 13:47:00 2008

Es liegt noch einiges im Argen beim FC Bayern. Zwar überzeugte der Klassenprimus der Bundesliga beim 2:1 (2:0)-Sieg bei Hansa Rostock in den ersten 45 Minuten, in Hälfte zwei war aber fußballerische Magerkost angesagt. In der Chefetage will man jedoch keine Kritik an der Mannschaft zulassen.

FOOTBALL 2007-2008 Bundesliga Rostock-Bayern Toni - 0

Der Vorsitzende der "Abteilung Attacke" nimmt das Team in Schutz. "Wir müssen aufhören, den Sieg schlecht zu reden", raunzte Hoeneß in Richtung Journalisten. Sein Spieler Miroslav Klose hingegen wollte diesbezüglich kein Blatt vor den Mund nehmen: "Wir müssen daran arbeiten, unser Spiel über 90 Minuten zu finden."

Gegen die aufopferungsvoll kämpfenden Hanseaten reichte es nur für 45 Minuten Spielfluss. Nach den Treffern von Franck Ribery (11.) und Dauerbrenner Luca Toni (43.) wähnten sich die Bayern zu sicher, dass der Underdog von der Ostsee die unterschiedlichen Kräfteverhältnisse anerkannt hatte. Das Resultat: Es wurde der berühmte Gang zurückgeschaltet. "In der ersten Hälfte haben wir richtig gut gespielt", resümierte Trainer Ottmar Hitzfeld. "Danach hat es dann einige Zeit bei uns gebrannt. Vor allem bei Standards hatten wir Schwerstarbeit zu verrichten", gesteht der 59-Jährige ein. Da taugt auch nicht der Verweis auf den schlechten Zustand des Rasens in der DKB-Arena als hinreichende Ausrede (Hoeneß: "Das war eher eine Wiese. Das ist für die Bundesliga unwürdig").

Pagelsdorf mit Hälfte zwei zufrieden

Der scheidende Coach weiß, dass noch eine Menge Arbeit vor ihm liegt. "Wir müssen erst wieder unseren Rhythmus finden. Gegen Bremen werden wir sicherlich anders spielen", so der "General", der allerdings nicht mehr viel Zeit hat, das Team für die nächste Aufgabe im hohen Norden in Takt zu bringen

Kein Zweifel: Werder wird die Nachlässigkeiten kaltschnäuziger nutzen als die Rostocker, für die Enrico Kern in der 52. Minute nur noch den Anschlusstreffer erzielte. Dennoch zeigte sich Hansa-Trainer Frank Pagelsdorf mit der Leisung des Teams nicht unzufrieden. "In der ersten Hälfte haben wir mit eklatanten Fehlern die Bayern stark gemacht. In den zweiten 45 Minuten hat die Mannschaft gesehen, was sie leisten kann." Hitzfeld hätte den zweiten Satz seines Kollegen mit Sicherheit gerne auch auf seine Mannschaft bezogen ausgesprochen.

Stefan Zürn / Eurosport