Afrika Cup - Wer erobert Afrikas Fußball-Krone?

Eurosport - Sa 02.Feb. 16:33:00 2008

Es wird ernst: Noch acht Mannschaften kämpfen um die Krone des afrikanischen Fußballs. Die Favoriten im Viertelfinale (Sonntag und Montag ab 18:00 im Live-Ticker bei eurosport.yahoo.de) sind die Cote d'Ivoire, Kamerun und Ägypten. Aber auch Nigeria und Gastgeber Ghana dürften ein Wörtchen mitreden.

FOOTBALL 2008 African Cup of Nations Ivory Coast Drogba - 0

Die "Black Stars" haben die großen Erwartungen der Zuschauer bisher erfüllt. Drei Siege und nur ein Gegentor zeugen von der Qualität des Teams um Trainer Claude Roy. Jetzt muss Ghana gegen Nigeria ran - keine leichte Aufgabe für die Gastgeber. Doch mit Unterstützung der Fans soll auch diese Hürde überwunden werden.

"Es ist wie ein spektakulärer Traum. Die Fans sind toll: Dauernd wird geklatscht und gesungen. Das gibt uns viel Energie. Und wenn es mal nicht so gut läuft, dann hören wir unsere Fans - und weiter geht's", lobt John Mensah gegenüber Eurosport die ghanaischen Anhänger. Zudem können sich die Gastgeber auf die Stars Sulley Muntari und Michael Essien verlassen.

"Es sind halt Muntari und Essien. Das Interessante dabei ist, dass ich die Positionen der beiden gewechselt habe. Und sie hatten keine Probleme, sich mit den neuen Positionen anzufreunden", erklärt Ghanas Coach Roy seine taktische Variante. Der Erfolg gibt ihm Recht. Doch Roy warnt: "Es sind tolle Momente, die wir erleben. Aber wir müssen bescheiden bleiben."

Cote d'Ivoire spaziert durch Vorrunde

Mit einem blauen Auge davongekommen sind der ehemalige Bundestrainer Berti Vogts und seine "Super Eagles" aus Nigeria. Das Aus drohte bereits in der Vorrunde, aber dank der Schützenhilfe der Cote d'Ivoire sicherte sich das Team doch noch der Einzug in die Runde der letzten acht - und damit seinem Trainer wohl auch den Arbeitsplatz.

Ganz anders die Ivorer: Die Mannschaft um Superstar Didier Drogba spazierte mit einem Torverhältnis von 8:1 durch die Vorrunde. Jetzt erwarten Drogba und Co. Guinea. Die "Sylie Nationale" machte bereits vor dem Turnier mit markigen Sprüchen auf sich aufmerksam: "Wir wollen den Afrika Cup gewinnen", tönten die Guineer - und ließen Taten folgen, wie zum Beispiel beim ersten Länderspielsieg gegen Marokko (3:2).

Bei Titelverteidiger Ägypten läuft bisher alles nach Plan. Der Hamburger Mohamed Zidan sorge mit seinen zwei Treffern in der ersten Partie gegen Kamerun (4:2) für einen gelungenen Auftakt, Hosny Abd Rabou legte mit drei Toren nach. Die erfolgreichste Mannschaft der Afrika-Cup-Geschichte ist damit auf einem guten Weg, den eigenen Rekord von fünf Turnier-Erfolgen weiter auszubauen.

Pfister zeigt sich angriffslustig

Angola hingegen feiert mit dem Viertelfinal-Einzug den bisher größten Erfolg der Verbandsgeschichte. Auf ihrem Weg in die Finalrunde ließen die Angolaner Mitfavorit Senegal und WM-Gastgeber Südafrika hinter sich. Ob der Höhenflug des Außenseiters auch gegen Ägypten weitergeht?

Kamerun und sein deutscher Trainer Otto Pfister haben ganz andere Probleme: Den Erfolgsdruck. Gegen Ägypten gab es eine klare 2:4-Pleite, die heimischen Medien schossen sofort Richtung Pfister. Hauptkritikpunkte: Der statische Teamaufbau und die Nicht-Nominierung viel versprechender Nachwuchskräfte aus der für die Olympischen Spiele qualifizierten U-23-Nationalmannschaft. Dank Siegen gegen Sambia und Sudan zog Pfister aber gerade noch den Kopf aus der Schlinge. Und der deutsche Übungsleiter zeigt sich vor dem Viertelfinale gegen Tunesien angriffslustig. " Ich denke, wir haben sehr gute Chancen, das Halbfinale zu erreichen. Wir bisher die meisten Tore geschossen haben, mit zehn Treffern sind wir das torhungrigste Team Afrikas. Wir wollen gewinnen und sind voll konzentriert. Ich lese keine Zeitungen mehr und tue mir keinen Stress mehr an", betont Pfister gegenüber Eurosport.

Stefan Zürn / Marc Rohde / Eurosport