Eurosport - Sa 31.Okt. 17:05:00 2009
Die deutschen Handballer haben dank Torwart Silvio Heinevetter nach einem Remis-Krimi gegen Schweden den fünften Erfolg beim eigenen Supercup weiter im Visier. Der WM-Fünfte musste sich nach einem Kraftakt gegen den Rekord-Europameister mit einem 30:30 (12:15) zufriedengeben.
Der Berliner Silvio Heinevetter sicherte dem EM-Vierten mit einem parierten Siebenmeter in der Schlusssekunde das Remis und die Chance auf den Turniersieg. "Mit dem gehaltenen Siebenmeter war es am Ende etwas glücklich, aber vielleicht auch ganz gerecht. Insgesamt können beide Mannschaften mit dem Ergebnis leben", sagte Bundestrainer Heiner Brand, dem anfangs Leidenschaft und Begeisterung bei seinen Spielern gefehlt hatten.
Nach einem Sieg und dem Unentschieden braucht die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) an diesem Sonntag (15.30 Uhr) in Hannover in einem Finale gegen Europameister Dänemark einen Erfolg für den Triumph bei dem Vier-Nationen-Turnier. Vor 10.400 Zuschauern im ausverkauften Gerry-Weber-Stadion warfen Holger Glandorf (Lemgo/5) und Lars Kaufmann (Göppingen/6) die meisten deutschen Tore. Schweden hatte sein erstes Supercup-Spiel gegen Dänemark mit 25:28 verloren. Die Dänen feierten in Halle mit dem 40:26 (17:17) gegen Norwegen den zweiten Sieg im zweiten Spiel.
Nur Menschen, keine Maschinen
"Wir sind schlecht gestartet, aber wichtig war, dass wir uns da wieder rausgekämpft haben. Wir hatten uns vorgenommen, das Spiel zu gewinnen, aber wir sind auch nur Menschen und keine Maschinen", sagte Glandorf, der den Turniersieg weiter im Blick hat: "Klar wollen wir das Turnier gewinnen."
Zwei Tage nach dem 30:25 zum Auftakt gegen Norwegen und der dadurch geglückten Revanche für die 24:25-Niederlage bei der WM kam die deutsche Mannschaft lange nicht in Tritt. Fehlwürfe, Pfosten- und Lattentreffer kennzeichneten die verkrampfte Anfangsphase im deutschen Spiel. Im Bestreben, Tempo-Handball zu spielen, standen sich die Gastgeber oft selbst im Weg. Mehr als zehn torlose Minuten mussten die Anhänger erleiden.
Aufholjagd der Deutschen
So lag das DHB-Team schon mit 0:4 zurück, ehe Glandorf mit dem Treffer zum 1:4 in der 12. Minute den Bann brach. Die Aufholjagd der Hausherren endete jedoch immer einen Treffer vor dem möglichen Ausgleich. Nach dem 9:10 (25.) aber geriet die häufig umformierte deutsche Mannschaft wieder aus dem Tritt und zwischenzeitlich beim 11:15 (30.) wieder vier Toren ins Hintertreffen.
Trotzdem nutzte Brand auch das 95. Duell der beiden Klasse-Teams zu Experimenten und gab jungen Spielern wie Timo Salzer und Sven- Sören Christophersen (beide Wetzlar) längere Einsatzzeiten.
Wie verwandelt kamen die deutschen Spieler aus der Kabine. Die Aktionen im Angriff liefen flüssiger und Schwedens Abwehr wurde auseinandergespielt. Binnen sechs Minuten drehte der WM-Fünfte einen 13:16-Rückstand in eine 20:18-Führung (38.), gab nach einer Zitterpartie den Erfolg aber noch aus der Hand.
Bitte melden Sie sich an.
Kein Yahoo!-Nutzer? Kostenlos Registrieren.