Eurosport - So 01.Nov. 11:51:00 2009
Keine Erbhöfe, keine Extra-Würste: Bundestrainer Heiner Brand hat die Zeiten der Einsatzgarantien endgültig beendet und elf Wochen vor Beginn der EM in Österreich den Konkurrenzkampf angeheizt.
Bis zum EM-Auftakt am 19. Januar in Innsbruck gegen Polen hat der Gummersbacher noch fünf Plätze in seinem 16-köpfigen Aufgebot zu vergeben, gönnt aber auch den Arrivierten keinen Spielraum für Nachlässigkeiten. "Sport ist Konkurrenzkampf", verkündete Brand beim Supercup sein Credo.
Beim Vier-Nationen-Turnier um den Supercup hat er 18 Akteure im Einsatz. Mitte Dezember muss der Bundestrainer seinen vorläufigen, 28 Spieler umfassenden Kader benennen, aus dem dann auch das endgültige Team formiert werden muss. "Da wird es keine großen Überraschungen geben. Grundsätzlich habe ich schon meine Mannschaft im Hinterkopf", gab Brand zu.
"Man merkt den Konkurrenzkampf gar nicht. Wir verstehen uns alle gut. Aber natürlich wollen alle, dass es eine schwere Entscheidung für den Bundestrainer wird, die Richtigen auszuwählen", urteilte Rückraum-Ass Holger Glandorf. Der Lemgoer gehört zu den elf Akteuren, die als gesetzt gelten. Neben ihm und den drei Torhütern Johannes Bitter, Carsten Lichtlein und Silvio Heinevetter sind dies sieben Feldspieler: Kapitän Michael Kraus, Abwehrchef Oliver Roggisch, der angeschlagen fehlender Sebastian Preiß, Rückraumspieler Lars Kaufmann sowie die Außen Torsten Jansen, Christian Sprenger und Dominik Klein.
Spannendes Duell um den Kreis
Ein spannendes Duell um die Nummer 2 am Kreis hinter Preiß liefern sich der Göppinger Manuel Späth und Christoph Theuerkauf aus Magdeburg. Brand ist davon begeistert. "Wenn ich das beobachte, dass ich im ersten Spiel gegen Norwegen einen Theuerkauf gesehen habe, der gut war, und Späth im Spiel gegen Schweden eine klare Leistungssteigerung verzeichnet hat, ist das zum jetzigen Zeitpunkt sehr positiv", bekannte der Bundestrainer und mahnte auch den Rest der Mannschaft: "Das gilt auch für andere Positionen."
Selbst Kapitän Kraus muss den Meister-Trainer als Spielmacher immer wieder aufs Neue überzeugen. "Er ist lange genug dabei und weiß, dass er nicht gut gespielt hat", rüffelte Brand den Regisseur. Als sichtbares Zeichen ließ er gegen Schweden selbst in Drucksituationen den jungen Timo Salzer (Wetzlar) als Denker und Lenker auf dem Parkett. "Man muss Leute, die dazustoßen, auch mal in solchen Situationen sehen", erklärte Brand.
Strobel "nicht ausgebootet"
Zudem hat er in Martin Strobel eine weitere Alternative für die Spielmacher-Position in der Hinterhand. Beim Supercup ist der Lemgoer, der bei der WM Anfang des Jahres in Kroatien als Ersatz für den verletzten Kraus geglänzt hatte, mangels Form nur Reserve. "Das heißt aber nicht, dass er ausgebootet ist. Er soll an seiner Form arbeiten, dann kommt er auch für die EM in Frage", verkündete Brand.
Einen besonderen Clou hat sich der Bundestrainer noch für die letzten beiden Länderspiele des Jahres einfallen lassen. Am 1. und 2. Dezember wird er gegen Weißrussland mit zwei verschiedenen Mannschaften antreten, um dem Konkurrenzkampf noch einen Kick zu verleihen. "Alle Spieler haben die Möglichkeit, sich vor der Nominierung für Innsbruck zu zeigen. Ich erhoffe mir nach dem Supercup eine weitere Steigerung."
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