München (dpa) - Ein Fitnesstrainer hat die Duisburger «Zebras» wieder auf Trab gebracht, bei «Löwen»-Trainer Ewald Lienen liegen die Nerven blank. Mit heftigen Verbal-Attacken gegen FCK-Coach Marco Kurz sorgte Lienen nach der 0:1-Heimpleite gegen den 1. FC Kaiserslautern für schrille Misstöne.
«Das waren 20 Sekunden Provokation pur und unter der Gürtellinie. Wenn er so was in Südeuropa machen würde, würden sie ihn dort lynchen», beschimpfte Lienen seinen Kollegen. Der ehemalige «Löwen»-Coach hatte nach dem souveränen Sieg die geballten Fäuste demonstrativ der Münchner Ersatzbank entgegengestreckt und damit Lienen in Rage gebracht.
Die auswärts noch ungeschlagenen Pfälzer übernahmen am 11. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga hinter Spitzenreiter Arminia Bielefeld, der beim 2:0 gegen Cottbus den achten Sieg in Folge feierte, und vor Union Berlin den zweiten Tabellenplatz. Der MSV Duisburg beim 3:0 bei TuS Koblenz und Alemannia Aachen mit dem überraschenden 1:0 beim FC Augsburg machten den Tag der Auswärtssiege komplett.
Beim Montagsspie zwischen Hansa Rostock und dem FC St. Pauli soll der Fußball im Vordergrund stehen, doch nach den Fan-Randalen im Vorjahr hat man erneut Angst vor einem Krawall-Derby. 1000 Polizisten rund ums Ostseestadion, in dem mehr als 20 000 Zuschauer erwartet werden, und 520 Sicherheitskräfte in der Arena sollen für Ruhe und Ordnung sorgen.
Der Rauswurf von Peter Neururer in Duisburg hat sich schon bezahlt gemacht. Mit Aushilfs-Trainer Uwe Speidel, der unter Jupp Heynckes schon in Lissabon und auf Schalke als Fitness-Coach arbeitete, bot der MSV ein Klassespiel in Koblenz. Nach drei Auswärtspleiten in Folge in der Liga gelang den stürmischen Duisburgern nach Toren von Sören Larsen, Bruno Soares und Francisco Caiuby Wiedergutmachung für die 0:5-Pokal-Blamage in Augsburg.
Speidel muss trotzdem wieder zurück ins zweite Glied. MSV-Vorstand Walter Hellmich will noch vor dem Heimspiel gegen Ahlen den neuen Cheftrainer präsentieren. Der ist nicht zu beneiden, denn trotz des Sieges ist in Meiderich offenbar nicht alles in Ordnung. «Die Stimmungslage gefällt mir nicht. Man kommt auf den Trainingsplatz und keiner sagt 'Hallo'», berichtete MSV-Profi Christian Tiffert.
Einen Neuen auf der Trainerbank könnte es bald in München geben. Bei den Fans hat «Zettel»-Ewald Lienen keinen Kredit mehr. «Wir haben die Schnauze voll», sangen die «Löwen»-Anhänger nach der zweiten Saison-Heimniederlage. «Wir können dem Trainer keine Schuld geben, wenn wir nicht umsetzen, was er von uns verlangt», sagte Kapitän Benjamin Lauth. FCK-Coach Kurz genoss dank Torschütze Erik Jendrisek (32. Minute) die Rückkehr zu seinem Ex-Club: «Nach den Niederlagen gegen Düsseldorf und im Pokal gegen Bremen sind wir eindrucksvoll zurückgekommen».
In Aachen stellt sich die Trainerfrage vorerst nicht mehr. Michael Krüger feierte in Augsburg den ersten Sieg in seinem fünften Spiel als verantwortlicher Coach. Nach 400 Minuten ohne Auswärtstor beendete Thorsten Burkhardt (58.) Aachens Negativserie von vier sieglosen Begegnungen. Beim FCA ist nach der Pokal-Gala gegen Duisburg Ernüchterung eingekehrt. Mit der ersten Saison-Heimpleite ging auch die Serie von elf Pflichtspielen ohne Niederlage zu Ende.




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