Stuttgart (dpa) - Der Auftritt am Ort seiner erfolgreichen Vergangenheit ging Mario Gomez an die Nieren. «Ich versuche gar nicht, den Coolen zu spielen. Das war ein sehr emotionales Spiel für mich», gestand der Bayern-Angreifer nach dem 0:0 bei seinem Ex-Club VfB Stuttgart.
«Da sage ich jetzt auch nicht: Das hat mich nicht berührt», meinte der Nationalstürmer. Bei jeder Ballberührung wurde er an alter Wirkungsstätte gnadenlos ausgepfiffen. Gomez blieb blass, durfte aber wenigstens erstmals seit zwei Monaten wieder durchspielen. Der permanente Unmut seiner früheren Fans überraschte den 24-Jährigen nicht. «Ich habe mit viel mehr gerechnet», meinte Gomez und bekam Zustimmung von VfB- Trainer Markus Babbel: «Das ist ein Stück weit normal. Für die Fans ist es ein Schlag ins Gesicht, wenn einer zu den Bayern geht.»
Die VfB-Anhänger verhöhnten Gomez als «Bankdrücker». Der 35- Millionen-Mann im Münchner Star-Ensemble war sichtlich bemüht, aber punkten konnte er im internen Konkurrenzkampf mit Luca Toni nicht. Außer einem Torschuss (43.) gelang ihm wenig. Auch im Duell mit seinem ebenfalls enttäuschenden Sturmpartner Miroslav Klose um einen Stammplatz in der Nationalmannschaft konnte Gomez keinen Boden gutmachen. Gleich in mehreren Szenen zeigten sich seine Selbstzweifel. Den einzigen lautstarken Jubel erntete Gomez vom Publikum, das ihn einst als «Tor-ero» feierte, für einen Sicherheitspass (28.) über wenige Meter - der Ball war ihm versprungen und ins Seitenaus gerollt.
Während der 24-Jährige frisch geduscht im Kabinentrakt dennoch Hoffnung äußerte, «dass ich im nächsten Spiel wieder spielen darf», deutete sein Trainer im Presseraum an, bereits in der Champions League gegen Bordeaux wieder Toni den Vorzug zu geben. «Ein Grund ist, dass er von hier ist. Er kennt den Rasen, er kennt den Platz», erläuterte Bayern-Coach Louis van Gaal seine Entscheidung, Gomez von Beginn an ranzulassen. «Aber Toni hatte zuletzt vier Spiele hintereinander und ich muss auch an Bordeaux denken.»
Doch der treffsicherste deutsche Stürmer der vergangenen zwei Jahre bekam auch Rückendeckung. «Er hat eine Stunde hervorragend gespielt, er war sehr laufstark. Dann wurde er müde, was oft der Fall ist, wenn du lange nicht gespielt hast», urteilte Münchens Manager Uli Hoeneß über seinen Rekordeinkauf. «Er hat seine Sache sehr ordentlich gemacht.» Und auch VfB-Keeper Jens Lehmann machte seinem ehemaligen Weggefährten Mut. «Wenn ein Spieler in eine neue Mannschaft kommt, dauert es immer ein paar Wochen oder Monate, bis er ins System passt», sagte der 39-Jährige. «Er wird noch kommen.»


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Kommentare 1 - 1 of 1
ich bin fest davon überzeugt, Gomez macht noch sein Rennen bei den Bayern, wenn er dann spielen darf.am Samstag waren alle Spieler außerBut eine Niete, die Spieler sind sehr schwankend, keine Konstanz im Spiel, wo die am ende landen werden , wundert mich heute schon.????????????
mira So17:40h
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