Bundesliga - Schwalb: "Zu viele Fehler geleistet"

Eurosport - Di 01.Sep. 16:27:00 2009

Martin Schwalb (46), Trainer des Handball-Bundesligisten HSV Hamburg, erklärt im Interview der Woche, welchen Fehler er mit seiner Mannschaft in der neuen Saison unbedingt vermeiden möchte. Der ehemalige Nationalspieler nimmt außerdem Stellung zu den Hammerlosen in der Champions League.

HANDBALL 2009 Hamburg Schwalb exklusiv - 0

Die Bundesliga-Saison 2009/2010 startet am 2. September. Ist Deutschlands höchste Spielklasse trotz der Champions-League-Triumphe von Ciudad Real aus Spanien die stärkste Liga der Welt?

Martin Schwalb: Ich finde solche Vergleiche unpassend. Die spanischen Topmannschaften sind absolute Weltklasse, da gibt es überhaupt keine Diskussion. Die Bundesliga mag in der Breite etwas besser aufgestellt sein, aber Vereine wie Ciudad Real oder der FC Barcelona würden in der Bundesliga ganz vorne mitmischen. Darüber hinaus finde ich es sehr gut, dass die deutsche Liga in Spanien ein ebenbürtiges Pendant hat, was für den Handball nur gut sein kann.

Sie selbst müssten ja derzeit mit einem weinenden und einem lachenden Auge in der Trainingshalle stehen. Die Testspiele laufen sehr gut, dazu hat der HSV mit Igor Vori und Domagoj Duvnjak zwei Weltklassespieler verpflichtet. Auf der anderen Seite fällt Betrand Gille lange aus, während Pascal Hens nach seiner Fersen-OP noch Zeit braucht...

Schwalb: ...und vergessen wir auch Oleg Velyky nicht, der zuletzt nicht auflaufen konnte. Dass wir nun Igor Vori haben, der ja wie Bertrand Gille am Kreis spielt, ist doppelt wichtig. Aber wir hatten zuletzt aufgrund der genannten Ausfälle einige Positionen nur einfach besetzt. So etwas würde mir während der Saison größte Bedenken verursachen. Grundsätzlich habe ich als Trainer immer den Wunsch, dass mir alle Spieler zur Verfügung stehen.

Da Sie gerade von allen Spielern sprechen - entspricht der Kader in der jetzigen Form ihrer Wunschvorstellung des HSV Handball oder gibt es noch jemanden, den Sie gerne geholt hätten?

Schwalb: Als Trainer hat man natürlich immer Wünsche. Aber ich möchte auch klarstellen: Egal, wo du arbeitest, die Aufgabe besteht immer darin, mit dem vorhandenen Kader das Maximum herausrausholen. Dabei spielt es dann auch überhaupt keine Rolle, was der Coach sich sonst noch wünscht.

Die Verpflichtungen von Vori und Duvnjak hat sich der HSV einiges kosten lassen, auch andere Teams wie die Rhein-Neckar Löwen oder Kiel greifen oft immer tiefer in die Tasche. Wie sehen Sie die Entwicklung der steigenden Transfersummen im Handball?

Schwalb: Wissen Sie, ich bin als Leistungssportler in einer Leistungsgesellschaft groß geworden. Daher bin ich der Meinung, dass gute Leistungen gut bezahlt werden sollten - wenn das entsprechende Geld da ist. Das gilt für den Sport genau so wie für die Wirtschaft. Die jeweiligen Summen spielen aus meiner Sicht nicht die entscheidende Rolle.

Lassen Sie uns über den Saisonstart des HSV sprechen. Mit Grosswallstadt, den Rhein-Neckar Löwen und dem VfL Gummersbach warten in den ersten vier Spielen drei hohe Auswärtshürden. Ist das ein Vor- oder Nachteil?

Schwalb: Über solche Spielplan-Konstellationen mache ich mir keinerlei Gedanken. Im Fokus steht bei uns einzig und allein die erste Partie in Grosswallstadt, denn dort wollen wir gewinnen. In der vergangenen Saison haben wir uns vor Saisonbeginn zu sehr mit dem Spielplan, der in den ersten Partien relativ einfach aussah, beschäftigt. Damals haben wir nicht erkannt, wie schwer diese Begegnungen dann werden würden. Ein Fehler, den wir nicht noch einmal machen werden.

Werden Sie Ihrer Mannschaft ein ganz konkretes Saisonziel vorgeben, zum Beispiel die Meisterschaft?

Schwalb: Die Mannschaft hat ihr Ziel von mir bereits bekommen - und dieses Ziel ist der doppelte Punktgewinn in Grosswallstadt am 1. Spieltag. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

In der abgelaufenen Spielzeit hat der THW Kiel die Liga in Grund und Boden gespielt und 65:3 Punkte geholt. Glauben Sie an einen neuerlichen Durchmarsch der "Zebras"?

Schwalb: Nein, das glaube ich nicht. Grundsätzlich interessiert mich diese Frage aber auch nicht, denn ich kann es nicht beeinflussen. Anders würde es aussehen, wenn Sie mich als Journalist einstellen und gut bezahlen würden (lacht) - dann würde ich dieser Frage mit Genuss auf den Grund gehen. Aber um noch einmal auf die 65:3 Punkte der Kieler zurückzukommen: Das ist eine Riesenleistung gewesen, die größte Anerkennung verdient...

...und gleichzeitig für die mangelnde Konstanz der übrigen Teams spricht, oder?

Schwalb: Wir haben beispielsweise die Saison 2006/2007 punktgleich mit dem THW Kiel beendet und wurden nur aufgrund des Torverhältnisses Vizemeister. Wie es in der vergangenen Spielzeit lief, betrachte ich als Ausnahme. Wir haben uns einfach zu viele Fehler geleistet. Dennoch bringt meine Mannschaft insgesamt betrachtet konstant ihre Leistung, darauf lege ich Wert.

Konstanz ist auch in der Champions League gefordert, wo Hamburg bereits in der Vorrunde auf Topteams wie Titelverteidiger Ciudad Real oder HC Croatia Osiguranje-Zagreb trifft. Was haben Sie gedacht, als Sie von diesen "Hammerlosen" erfahren haben?

Schwalb: Hervorragend, toll, attraktiv! Die Champions League ist dazu da, sich mit den Besten zu messen, und ich weiß, dass meine Spieler da genau so denken. Wir freuen uns auf diese Duelle, denn wir suchen und lieben die ganz großen Herausforderungen.

In den vergangenen zwei Jahren hat der HSV in Europas Königsklasse jeweils das Halbfinale erreicht. Peilen Sie nun das Finale an?

Schwalb: Da können wir direkt zu Ihrer Frage nach dem Saisonziel zurückspulen. Soll heißen, das Ziel ist der Gewinn des ersten Spiels am 3. Oktober gegen Alingsas HK.

Der Gewinn des Europapokals der Pokalsieger 2007 war der letzte große Triumph des HSV. Stehen Sie als Trainer nun unter erhöhtem Erfolgsdruck, nachdem es in den vergangenen beiden Spielzeiten keinen Titel gab?

Schwalb: Nein, so sehe ich das nicht, denn wir haben in der Vergangenheit hinlänglich nachgewiesen, dass wir Titel und Pokale holen können. Klar ist natürlich auch: Wenn ich hier in Hamburg nicht das Ziel hätte, Titel zu gewinnen, dann könnte ich gleich wieder nach Hause gehen. Der Weg zu solchen Erfolgen ist aber enorm lang und schwer. Deshalb werde ich jetzt nicht anfangen, darüber zu spekulieren, was wir 2010 alles erreichen könnten.

Worauf freuen Sie sich ganz besonders in der kommenden Saison?

Schwalb: Auf jedes einzelne Spiel meiner Mannschaft. Ich habe eine Truppe beisammen, die super mitzieht und hoch engagiert zu Werke geht, sodass mir die Arbeit großen Spaß macht. Daneben freue ich mich ganz besonders auf die Fans und auf die großartige Stimmung und Atmosphäre, die den Handball ausmachen. Es wird Zeit, dass es endlich losgeht.

TV-TIPP:

Handball LIVE bei Eurosport TV und im Eurosport Player - ab Oktober mit der Champions League. Eurosport präsentiert Ihnen alle Heim- und Auswärtsspiele der Bundesliga-Starter THW Kiel, HSV Hamburg und Rhein-Neckar Löwen.

Das Interview führte Tobias Laure / Eurosport

Kommentare 1 - 2 of 2

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  1. Da haben wohl eine leute keine Ahnung vom Handball!

    Von vflgum211, am Di 1.Sep. 15:05
  2. Kommentar nicht angezeigt durch zu niedrige Bewertung. Zeigen

    voll langweilig

    Von Maximilian, am Di 1.Sep. 10:39
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