Eurosport - Sa 01.Aug. 12:05:00 2009
Mutlos, kraftlos, harmlos - das demütigende Pokal- Aus beim Viertligisten VfB Lübeck hat Aufsteiger FSV Mainz 05 die Freude auf die Bundesliga-Rückkehr verhagelt. "Jetzt sind wir direkt schon unter Zugzwang", brachte Torschütze Niko Bungert die Lage vor dem Bundesligastart auf den Punkt.
Denn was das Team von Trainer Jörn Andersen am Freitagabend im Stadion an der Lohmühle bot, lässt einen Stotter-Start in der Liga befürchten. Gegen den furios kämpfenden Nord-Regionalligisten stellten die Rheinhessen nach früher Führung das Spiel komplett ein und nahmen das kleine Lübecker Fußball-Wunder zum 2:1 (1:1, 0:1) nach Verlängerung ohne Gegenwehr hin.
Acht verletzte sind keine Ausrede
"Das darf als Bundesligist nicht passieren", schimpfte der neue Regisseur Andreas Ivanschitz, der selbst kaum Akzente setzen konnte. Coach Andersen dürfte der pomadige Auftritt noch einige schlaflose Nächte bis zum ersten Heimspiel am Samstag gegen Bayer bereiten. Direkt nach Schlusspfiff beorderte der Norweger seine Profis jedenfalls erstmal in die Kabine. Eine klare Ansprache war ihnen gewiss. "Die Lübecker haben alles gegeben, gefightet bis zum Schluss und das Spiel fast verdient gewonnen", sagte Andersen, der die acht verletzt fehlenden Akteure nicht als "Ausrede" gelten lassen wollte.
Zumindest im Angriff war aber unübersehbar, dass die Mainzer ohne Aristide Bancé und Srdjan Baljak selbst einen Viertligisten nicht in Angst und Schrecken versetzen können. "Keine einzige echte Torchance" habe man sich erspielt, klagte Keeper Heinz Müller, der anstelle des in seinem Amt bestätigten Kapitäns Dimo Wache das Tor hütete. Und so verwunderte es auch nicht, dass der einzige FSV-Treffer durch Verteidiger Bungert (19. Minute) aus einem Eckball resultierte.
Ein "bisschen Trara" zum Erfolg
Wer von den 7898 Zuschauern dachte, der Pokal-Halbfinalist der Vorsaison werde diese Führung sicher über die Zeit bringen, sah sich schnell eines Besseren belehrt. Die Lübecker kamen nach der Pause wie verwandelt aus der Kabine, drehten durch die Tore von Nico Schrum (56.) und Jakob Sachs (94.) die Partie und verwandelten das altehrwürdige Stadion an der Lohmühle in ein Tollhaus. Das "bisschen Trara" der Hausherren habe "leider schon gereicht", monierte Bungert.
Während die Mainzer nach Abpfiff konsterniert über den Rasen trotteten, gab es auf Lübecker Seite kein Halten mehr. Denn der Sensations-Coup kommt zur rechten Zeit, schließlich steckt der hoch verschuldete Traditionsclub noch immer im Insolvenzverfahren. Nun soll ein Traumlos in der zweiten Pokal-Runde für einen weiteren Euro- Regen sorgen. Coach Hans-Peter Schubert hat diesbezüglich schon klare Vorstellungen: "Ich als Schwabe würde den VfB Stuttgart nehmen. Für die Region und die Stadt wünsche ich mir Bayern München."
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Kommentare 1 - 4 of 4
Bericht aus österr. Zeitungen: "Das darf als Bundesligist nicht passieren", schimpfte der neue Regisseur Ivanschitz, der selbst kaum Akzente setzen konnte. "Der selbst kaum Akzente setzen konnte" ist wohl die beste Meldung. Denke Mainz05 hat sich da einen Floh ins Fell gesetzt. Hoffentlich wird dieser unfähige Fussballer wenigstens gut von Mainz05 bezahlt! hahaha ;-))))
krass, lübeck nicht schlecht. da ist richtig was los gewesen auf der lohmühle. :)
Ich hab ja gesagt ... 6 Punkte, alle gegen Bayern ... und dann schnell wieder in Liga 2 ...
Mainz knüpft eigentlich nahtlos an die Blamagen der vergangenen Jahre an ... bloss letztes Jahr haben sie sich durchgemogelt ...
Unter Klopp wäre das nicht passiert - was eine Schande!
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