Eurosport - Mi 01.Jul. 14:45:00 2009
Drei Tage vor den deutschen Meisterschaften in Ulm legt sich Weitsprung-Hoffnung Sebastian Bayer mit dem Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) an. "Der Verband setzt uns Sportler mit den Normen extrem unter Druck", beklagt der 23-jährige Aachener in der "Sport Bild".
Bei der Hallen-EM Anfang März in Turin war Bayer mit sensationellen 8,71 Metern zum Titel geflogen, die A-Norm für die Weltmeisterschaften Mitte August in Berlin (8,15 Meter) hat er aber bisher nicht erfüllt. 8,02 Meter schaffte Bayer bisher im Freien.
DLV-Sportdirektor Jürgen Mallow reagierte enttäuscht und mit Unverständnis auf die Vorwürfe: "Ich sehe nicht, wo der Druck ist für einen Athleten, der bei der WM erfolgreich starten möchte und sein hohes Leistungsvermögen bereits nachgewiesen hat. Dass er die Norm bisher nicht ein einziges Mal erfüllt hat, spricht nicht gerade für sein Selbstbewusstsein", sagte Mallow am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur dpa.
Bayer hatte vor allem kritisiert, dass er und seine Freundin, Hürdensprinterin Carolin Nytra, von Krankheiten in der WM- Vorbereitungsphase zurückgeworfen wurden. Dies hätte "mit zwei Wochen mehr Training" wieder aufgeholt werden können. "Stattdessen muss sie Wettkämpfe machen, um die Norm zu laufen. Das ist Gift." Bayer hält Leistungskontrollen zwar für notwendig - kritisiert aber den DLV: "Andere Länder schützen ihre Top-Stars besser."
Dass will der Sportdirektor nicht auf sich sitzen lassen. "Wir werden alles tun, um unsere Athleten zu unterstützen", versichert Mallow. Mit der Fristverlängerung bis zur DLV-Gala am 2. August hätten sich die Chancen für potenzielle WM-Starter "deutlich vergrößert. Dazu kommt eine deutlich weichere B-Norm."
Bisher hat noch kein deutscher Weitspringer die Qualifikations- Anforderung für die Heim-WM erfüllt: Einmal die A-Norm (8,15) oder zweimal die B-Norm (8,05) müssen bis zum 2. August nachgewiesen werden. "Nach den deutschen Meisterschaften hat Sebastian noch alle Zeit der Welt, seine Leistungsfähigkeit unter Beweis zu stellen", betont Mallow. "Bis dahin gibt es noch internationale Meetings in Hülle und Fülle. Aber auch Ende Juli in Dillingen kann er die Norm noch erfüllen."
Kommentare 1 - 7 of 7
@quallenregen
Sehr vernünftige Ansichten. Den Bonzen muss es auch immer schneller, höher und weiter gehen.
Das fördert was? Richtig, Doping.
Da beißt sich was im Hirn der Sportgranden.
Einerseits werden Normen so gesetzt das es kaum einer schafft,
andererseits wird gegen Doping gegängelt.
Also liebe Leut,entweder ihr setzt die Normen auf für Normalsterbliche erreichbare Maße oder ihr hört auf euch wegen Doping aufzuspielen,ihr seit das wirklich peinlich.
Nehmt mal den Olympischen Gedanken in eure Hirnwendungen auf.
Manch eine Norm ist schon etwas hoch angesetzt für deutsche Profis. Aber die Zeit ist noch da.
Eine hohe Norm soll wohl vor Blamagen schützen. Sprich nicht ganz so weit hinter her zu hinken.
Gut mann kann das mit der Form nicht so genau hinbekommen. Denn Krankheiten kann mann nicht Planen. Aber wenn die Normen nicht ganz so hoch wären koennten auch jüngere mal solche Luft schnuppern. Sich an die Atmophäre gewöhnen.
genauso ist es!
Bob Beamon sprang in Mexico 1968 sensationelle 8,90m. Die ganze Welt feierte ihn als Superstar.
Er hatte den alten Weltrekord um 55cm verbessert. Danach kam nicht's mehr.
Wenn sich Sebastian Bayer ( wenn vielleicht auch noch nicht öffentlich) ,als Top-Star sieht, so ist seine Ausgangsposition einer zu werden denkbar schlecht. Also klotzen, WM-Norm schaffen,einen guten Wettkampf in Berlin abliefern und weiter davon träumen,ein Top-Star zu werden.
"Andere Länder schützen ihre Top-Stars besser."
Zwei Fragen dazu: 1.Hat Sebastian Bayer das "Privileg", sich als Top-Star zu bezeichnen? Er hat zwar die Hallen-EM mit erstaunlichen und zugleich überraschenden 8,71m gewonnen. Doch sich selbst schon als "Top-Star" zu bezeichen, obwohl er bei Großveranstaltungen unter Freiluft bis jetzt stets das Gegenteil bewies, zeugt von Überheblichkeit und Arroganz!
2.Welche Länder schützen ihre Top-Stars denn besser? In Ländern wie den USA,Kenia oder Äthiopien wird noch über die sog. Trials entscheiden, wer bei der WM oder den OS starten darf. Auch hier können sich nur amtierende Weltmeister zurücklehnen, weil sie ja automatisch qualifiziert sind. Zudem muss jeder Athlet (jede Athletin) aus jedem Land der Welt die von der IAAF geforderten "Competition Entry Standards" (A-oder B-Norm) erfüllen!
Im Weitsprung wären das 8.15m (A-Norm) bzw. 8.05m (B-Norm), für Bayer doch allemal möglich!
Dass er durch Krankheiten in Trainingsrückstand gerät und so die Normen nicht erfüllen kann, ist allein seine Schuld und diese sollte Bayer nicht auf den DLV abwälzen!!!
Wer mehr als dreizehnter verliert,_ist verletzt ! ! !
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