Bundesliga - Bundesligisten zieht es in die Berge

Eurosport - Mi 01.Jul. 16:50:00 2009

Gleich zwölf Mannschaften aus der Fußball-Bundesliga zieht es im Rahmen der Saisonvorbereitung in ein Trainingslager im Nachbarland Österreich. Nicht nur für Schalke-Coach Felix Magath sind die Bedingungen für schweißtreibendes Konditionstraining optimal. Nur vier Teams bleiben in Deutschland.

FOOTBALL 2009-2010 Bundesliga Wolfsburg Armin Veh - 0

Dauerläufe, Zirkeltraining, Treppensteigen - für die meisten Fußball-Profis hat die unangenehmste Zeit des Jahres begonnen. In der Vorbereitung auf die Saison ziehen die Fußball- Lehrer aus der Bundesliga die Zügel an. Der schweißtreibende Sommerfahrplan sieht für zwölf Klubs ein Trainingslager in Österreich vor, nur vier Vereine verbessern im eigenen Land die Form.

Vor allem Schalke-Coach Felix Magath wurde seinem Ruf als "Quälix" bereits in den ersten Tagen gerecht. "Mehr arbeiten, weniger reden" - längst haben die Spieler auf schmerzhafte Art und Weise begriffen, wie die von Magath zum Dienstantritt verkündeten Leitlinie zu verstehen ist.

"Mount Magath" statt Fußball-Tennis

Schon am zweiten Trainingstag beorderte Wolfsburgs Meistermacher seine Schützlinge zum Abschluss der langen Einheit auf den 111- stufigen "Mount Magath" im ehemaligen Parkstadion. "Mir war bewusst, dass wir nicht mit Fußball-Tennis anfangen", scherzte Nationalspieler Heiko Westermann mit einem Anflug von Galgenhumor.

Nicht minder anstrengend geht es derzeit im ostwestfälischen Marienfelde zu. In drei täglichen Einheiten purzeln die Pfunde. Das ist vor allem Gerald Asamoah anzusehen, der bereits fünf Kilo abgenommen haben soll. Nach dem morgendlichen Waldlauf durch die nahe gelegenen Boomberge kommentierte Magath lächelnd: "Eine schöne Strecke. Wald, Sand und Berge. Was wollen wir mehr."

Angesichts gewachsener Anforderungen legen alle Chefcoaches größten Wert auf die Fitness ihrer Profis. Immerhin acht Kollegen von Magath buchten wie der Schalker gleich zwei Trainingslager. "Wir werden bis an die Grenzen der Belastbarkeit trainieren", kündigte Bundesliga-Rückkehrer Michael Skibbe an, der die Spieler von Eintracht Frankfurt zunächst in Zell am Ziller und eine Woche später in Tröpolach (beides Österreich) auf die Saison einstimmt.

Österreich steht hoch im Kurs

Das harte Programm soll vor allem dem zuletzt wegen mäßiger Fitness kritisierten Caio zugutekommen. "Er ist gefordert, sich körperlich in einen optimalen Zustand zu bringen", sagte Skibbe voller Hoffnung auf einen Leistungsschub beim teuersten Einkauf der Vereinshistorie.

Die Alpenrepublik steht in der Gunst der Fußball-Lehrer in diesem Jahr ganz oben. Nur der VfL Bochum und 1. FC Nürnberg setzen in der Vorbereitung auf die Schweizer Bergluft. Die Profis von Rekordmeister Bayern München um den neuen Coach Louis van Gaal, Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen und Schalke 04 bleiben in Deutschland. Fußball-Fans in Donaueschingen können binnen weniger Wochen die Stars aus Stuttgart, Dortmund und München begutachten.

Als letztes Team steigt der Hamburger SV Ende der Woche ins Training ein - zum Missfallen von Bruno Labbadia. Liebend gern hätte der neue Trainer seine Profis eher aus dem Urlaub geholt, wollte sich aber in neuer Umgebung nicht gleich unbeliebt machen. Stattdessen verlängerte er kurzerhand das nur für eine Woche anberaumte Trainingslager in Längenfeld (Österreich): "Wir sind der Überzeugung, dass zehn Tage die optimale Dauer sind."

Lehmann genießt Altersbonus

Für den VfB Stuttgart wird der Aufenthalt in Donaueschingen zum Probelauf für die neue, monatelange Arbeitsteilung zwischen Markus Babbel und seinen Assistenten Rainer Widmayer und Alexander Zorniger. Babbel weilt künftig in der ersten Wochenhälfte bei der Trainerausbildung in Köln. In diesem Zeitraum setzt das Duo die zuvor mit dem Chefcoach abgesprochenen Trainingsinhalte um und trägt auch die Verantwortung bei Testspielen.

Während seine Kollegen Schweiß vergießen, genießt Jens Lehmann noch ein wenig Sonderurlaub. Auf Anordnung von Babbel bleiben dem 39-jährigen Torhüter die Torturen in Donaueschingen erspart. "Der muss nicht mehr die Läufe machen, aus dem Alter ist er raus. Das hat er sich erarbeitet", befand Babbel.

dpa / Eurosport

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