Eurosport - So 01.Jun. 19:33:00 2008
Die Olympia-Qualifikation bleibt für die deutschen Langstreckenläufer eine Achterbahnfahrt der Gefühle: Während Antje Möldner beim Meeting im belgischen Neerpelt mit einem deutschen Rekord über 3000m Hindernis die Peking-Norm unterbot, kam für Europameister Jan Fitschen das Aus über 10.000m.
Gleich um 4,10 Sekunden auf 9:34,21 Minuten verbesserte die 23-jährige Potsdamerin Möldner die sechs Jahre alte Bestmarke von Melanie Schulz (LC Erfurt). "Das war ein Wahnsinnsrennen. Sie ist sehr aktiv gelaufen", freute sich Trainerin Beate Conrad.
Einen völligen Einbruch erlebte bei der "Nacht van de Euregio" dagegen der Wattenscheider Fitschen bei seiner letzten Olympia-Chance über seine Paradedisziplin. Mit 28:42,37 Minuten verfehlte der 31-Jährige als 22. von 25 Läufern die Olympia-Norm (27:50 Minuten) deutlich. Sieger wurde Kidane Tadesse (Eritrea) in 27:06,16 Minuten.
"Ich bin total enttäuscht, weil ich fest geglaubt habe, dass es hinhaut", sagte Fitschen, der bei seinem ersten Versuch in Palo Alto/USA seine persönliche Bestzeit auf 28:02,55 Minuten hatte drücken konnte. "Das Tempo hat eigentlich gepasst und ich konnte die ersten 3000 Meter gut mithalten", berichtete der Diplom-Physiker, "doch dann sind meine Beine plötzlich weg gewesen."
Nun will er einen neuen Anlauf über 5000m nehmen. "Das ist mein Plan C. Allerdings kann ich mich darauf nun nicht mehr gezielt vorbereiten", meinte Fitschen. Eigentlich hatte er für den Fall einer erfolgreichen Qualifikation für die Olympischen Spielen im August in China schon die Abreise ins Trainingslager nach St. Moritz vorgesehen. "Es ist blöd, aber ich hoffe, dass es dennoch über 5000m noch klappt", sagte Fitschen. Im vergangenen Jahr hatte er sich über diese Distanz für die Weltmeisterschaft in Osaka qualifiziert, verfehlte dort aber knapp den Einzug in das Finale.