Saison 2008 - McLaren: Rache an Mosley?

Eurosport - Do 01.Mai. 18:01:00 2008

Hat sich McLaren etwa für die herbe Strafe durch die FIA im vergangenen Jahr an Max Mosley rächen wollen und hat den FIA-Präsidenten in eine Falle gelockt? Nach der Aussage des tschechischen FIA-Delegierten Radovan Novak in einem Radiointerview zu urteilen könnte ein Zusammenhang vorhanden sein.

FORMULA 1 2008 McLaren - Ron Dennis - 0

Novak antwortete "Ja, vielleicht McLaren" auf die Frage, wer der britischen Boulevardzeitung "News of the world" das versteckt gefilmte Sex-Video mit Max Mosley zugesteckt haben könnte. Der Tscheche bezog sich bei den Äußerungen gegenüber einem Prager Radiosender darauf, dass McLaren nach der harten Bestrafung durch die FIA wegen einer Spionage-Affäre im vergangenen Jahr auf Rache ausgewesen sein könnte. McLaren wurde mit einer Strafe von 100 Millionen Dollar belegt, zudem wurden alle Punkte in der Konstrukteurswertung aberkannt.

Dennis dementiert Vorwürfe

McLaren-Boss Ron Dennis streitet jedoch jegliche Verstrickungs-Vorwürfe in die Sex-Affäre ab. "Ich bin oft danach gefragt worden und kann immer wieder nur das gleiche antworten: Ich weise jegliche Beteiligung an der Veröffentlichung der Zeitschrift "News of the world" bezüglich Herrn Mosley kategorisch von mir", zitierte autosport.com den 60-Jährigen. Und weiter stellte Dennis fest: "Niemand in der McLaren-Gruppe und niemand im Team McLaren-Mercedes hat damit etwas zu tun. Auch kein Agent oder eine andere Partei."

Dennis wurde zwar nicht persönlich von Novak erwähnt, reagierte jedoch direkt auf die Vorwürfe. "Wir haben Herrn Novak geschrieben und wir prüfen nun rechtliche Schritte, damit er seine Äußerungen widerruft oder korrigiert." Die Aussage des Tschechen ist insofern von besonderer Brisanz, das er nicht nur Generalsekretär des tschechischen Automobilklubs ist, sondern auch Präsident der zentraleuropäischen FIA-Zone - dazu gehören neben Tschechien auch Ungarn, Polen, Slowenien, die Slowakei, Mazedonien, Montenegro, Serbien und Österreich.

Mosley hat indes bereits eine britische Detektivagentur damit beauftragt, die Hintermänner des Sex-Skandals ausfindig zu machen. Die Agentur wird von dem ehemaligen Londoner Polizeihauptkommissar Lord Stevens geleitet.

David Schaub / Eurosport