Eurosport - Fr 01.Jan. 16:20:00 2010
Gregor Schlierenzauer hat das Neujahrsspringen der Vierschanzentournee gewonnen. Der Österreicher siegte in Garmisch-Partenkirchen vor Landsmann und Titelverteidiger Wolfgang Loitzl, sowie dem Schweizer Simon Ammann, der mit 143,5 Metern im zweiten Durchgang einen neuen Schanzenrekord aufstellte.
Die deutschen Springer zeigten sich auch beim zweiten Tourneespringen nicht in Topform. Als bester DSV-Athlet kam Pascal Bodmer mit Sprüngen auf 128 und 131,5 Meter auf Rang 16. Michael Neumayer (126,5 und 133m) landete eine Position dahinter. "Ich wollte unter die besten zehn, das hat nicht geklappt", sagte Youngster Bodmer, der schon zum Auftakt in Oberstdorf stärkster deutscher Springer war. "Die Sprünge waren okay, hatten aber kein Top-Niveau. In Innsbruck und Bischofshofen will ich unter die ersten Zehn", sagte der 18-Jährige.
Schlierenzauer dankt dem "Doc"
Deutlich zufriedener kam da schon Sieger Schlierenzauer daher: Der Österreicher freute sich ausgelassen über seinen Erfolg. "Es war heute ein Traum-Tag. Nach Oberstdorf, nach der Krankheit, wieder zurückzukommen verdanke ich dem Doktor", widmete der 19-Jährige seinen Erfolg auch seinem Arzt. Nach Platz neun in Oberstdorf, wo Schlierenzauer teils von schlimmen Bauchkrämpfen geplagt wurde ("Ich konnte nicht in die Hocke gehen."), untermauerte er, dass er seine Ambitionen auf den Gesamtsieg noch lange nicht aufgegeben hat. "Mir ist wichtig, von Wettkampf zu Wettkampf zu denken. Jetzt kommt Innsbruck - meine Heimschanze - da will ich alles geben", kündigte Schlierenzauer an. Durch seinen Sieg schob sich der Innsbrucker in der Gesamtwertung auf Platz fünf nach vorne.
Dort liegt er auf Schlagdistanz zum Tagesdritten Simon Ammann. Im Vorfeld gemeinsam mit Schlierenzauer zum großen Tournee-Favoriten auserkoren, zeigte der Schweizer vor allem im zweiten Durchgang, dass trotz Rückstand weiter mit ihm zu rechnen ist. Mit 143,5 Metern zauberte der 28-Jährige einen neuen Schanzenrekord in den Auslauf der großen Olympiaschanze und verbesserte sich im Gesamtklassement um einen Platz auf Rang vier.
Kofler bleibt Spitze
Dort führt weiterhin der Österreicher Andreas Kofler. "Es war ein guter Sprung und ein weniger guter Sprung dabei. Von daher kann ich nicht ganz zufrieden sein. Aber es ist Jammern auf hohem Niveau", sagte der Vierte der Tageswertung. Mit Platz zwei in Garmisch rückte Vorjahressieger Wolfgang Loitzl auch in der Tourneewertung hinter seinen Landsmann auf den zweiten Rang vor und verdrängte Rückkehrer Janne Ahonen, diesmal Sechster, auf Position drei. "Es sind noch zwei schwierige Wettkämpfe, da ist noch alles möglich. Der Vorsprung ist allerdings schon gewaltig", sagte Loitzl über die 19,2 Punkte, die Kofler der Konkurrenz zur Halbzeit der Tournee bereits enteilt ist. "Aber es kann immer was passieren und dann wird es wieder spannend."
Für die deutschen Springer geht es nur noch um gute Einzelergebnisse, um das angeschlagene Selbstvertrauen mit Blick auf die Olympischen Spiele in Vancouver wieder zu stärken. "Die Leistungen der Spitzenleute waren heute extrem, da sehen wir etwas alt aus", bilanzierte Bundestrainer Werner Schuster. Immerhin verdoppelten die DSV-Adler die Anzahl der Springer im Finaldurchgang von zwei auf vier. Deutlich ansteigende Form zeigte dabei Michael Neumayer, der sich nach 126,5 Metern im ersten Durchgang im zweiten Versuch auf 133 Meter steigerte. "Michael hat sich das Leben im ersten Durchgang selbst schwer gemacht, mit dem zweiten Sprung war er dann vorne dabei", sagte Schuster. "Ich war etwas verkrampft, im zweiten Versuch habe ich es dann etwas lockerer angehen lassen", meinte Neumayer.
Schmitt weit von Bestform entfernt
Weit von seiner Bestform entfernt ist weiterhin Martin Schmitt. Mit Sprüngen auf 124,5 und 128,5 Meter sprang der 31-Jährige lediglich auf Platz 25, fünf Ränge hinter Teamkollege Andreas Wank. Im weiteren Verlauf der Tournee will Schmitt nun weiter an seiner Form feilen, um beim Saisonhöhepunkt im Februar wieder in Reichweite zur Spitze zu sein. "Ich habe die Saison noch längst nicht abgehakt. Es geht jetzt darum, dass die Sprünge wieder stabiler und weiter werden", sagte der Publikumsliebling.
Bereits nach dem ersten Durchgang beendet war der Wettkampf erneut für Michael Uhrmann. Nach einem Sprung auf 120,5 Meter verpasste der 31-Jährige die Entscheidung deutlich. "Es ist über Nacht kein Wunder passiert. Das ist ernüchternd, aber ich muss es akzeptieren", sagte Uhrmann. Neben dem Teamolympiasieger von 2002 verpassten auch Severin Freund, Richard Freitag und Maximilian Mechler den Sprung in den zweiten Durchgang.
Das Endergebnis aus Garmisch-Partenkirchen:
1. Gregor Schlierenzauer (Österreich) 277,7 Pkt. (136,5/137,5 m); 2. Wolfgang Loitzl (Österreich) 272,5 (135,0/135,0); 3. Simon Ammann (Schweiz) 272,4 (132,0/143,5); 4. Andreas Kofler (Österreich) 271,9 (136,0/137,0); 5. Anders Jacobsen (Norwegen) 269,5 (136,0/134,0); 6. Janne Ahonen (Finnland) 259,2 (129,5/137,0); 7. Johan Evensen (Norwegen) 259,0 (129,0/136,0); 8. Bjørn Einar Romøren (Norwegen) 258,4 (131,0/134,5); 9. Thomas Morgenstern (Österreich) 255,0 (130,0/132,5); 10. Stefan Thurnbichler (Österreich) 254,4 (130,0/133,0); ...16. Pascal Bodmer (Meßstetten) 243,6 (128,0/131,5); 17. Michael Neumayer (Berchtesgaden) 242,1 (126,5/133,0); 20. Andreas Wank (Oberhof) 235,9 (128,0/127,5); 25. Martin Schmitt (Furtwangen) 232,4 (124,5/128,5); 38. Michael Uhrmann (Rastbüchl) 104,4 (120,5); 40. Richard Freitag (Aue) 103,1 (119,5); 47. Severin Freund (Rastbüchl) 92,4 (115,5); 49. Maximilian Mechler (Isny) 89,7 (114,0)
Gesamtwertung nach dem 2. Springen:
1. Andreas Kofler (Österreich) 537,1 Pkt.; 2. Wolfgang Loitzl (Österreich) 517,9; 3. Janne Ahonen (Finnland) 512,5; 4. Simon Ammann (Schweiz) 509,0; 5. Gregor Schlierenzauer (Österreich) 506,5; 6. Thomas Morgenstern (Österreich) 505,3; 7. Johan Evensen (Norwegen) 486,5; 8. Adam Malysz (Polen) 479,1; 9. Martin Koch (Österreich) 476,2; 10. Pascal Bodmer (Meßstetten) 470,5; ...22. Martin Schmitt (Furtwangen) 423,2; 25. Michael Neumayer (Berchtesgaden) 341,4; 26. Andreas Wank (Oberhof) 324,4; 43. Richard Freitag (Aue) 175,2; 45. Michael Uhrmann (Rastbüchl) 158,2; 52. Severin Freund (Rastbüchl) 92,4; 53. Maximilian Mechler (Isny) 89,7; 56. Stephan Hocke (Schmiedefeld) 67,6
Kommentare 20 - 39 of 39
ES überträgt die Quali !
Was soll das Ganze mit den Haltungsnoten und Telemark und weiterer Schnick Schnack bei Skispringen. Gewinnen soll der, der in zwei Sprüngen im Durchschnitt die grösste Weite erreicht. Schluss - Amen. Dass der mit Schlierenzauer beste Springer Simon Ammann immer mit Stilnoten und vor allem einen fehlenden Telemark bestraft wird, sit doch lächerlich. Sonst gehen wir doch lieber wie beim Eiskunstlauf zur Benotung eins Sprungs über, wobei der Intrigen- und Vetterliwirtschaft Tür und Tor geöffnet ist.
Ok, wir Ösis sind momentan beim Skipringen wohl das Maß aller Dinge, aber ihr Deutschen habt doch eure Damen-Rodlerinnen, wo ihr zu 100% die sicherste Goldene bei Olympia "einrodeln" werdet! :-)
@werner:
Nachtrag: das mit Ross Brawn meinte ich der Details wegen.
@werner:
Das mit 1914 stimmt zwar nicht ganz, 1917 ca.,aber der Denkansatz:
G E N I A L;
(Vielleicht mal bei Ross Brawn rückfragen?)
@awsenheitel:
Danke für Deine Antwort, mein Fußball-Unwissenheit ist scheinbar
größer als gedacht (aber ich versuche auch nicht mitzureden).
-Sonst hast Du natürlich recht, da git es nichts zum Drumrumreden.
Wird auch noch eine ganze Weile so bleiben.
Gruß
@jwg1866
due tust ja so als würdest du etwas vom skispringen verstehen. dann hast du aber sicher auch gemerkt dass das bei amann im ersten dg kein telemark war und er es geschickt durch das tiefe beugen seines oberkörperf verdecht hat. die punkte richter hatten gestern im ersten durchgang die möglichkeit durch vergleiche etwas zu lernen aber die tuns einfach nicht. eklatanter kann der unterschied im aufsprung nicht sein als zwischen amann und loitzl!!! sogar neumayer macht eien schöneren telemark als der schweitzter weil er wenigstens eienen macht.
und wäre ein österreicher 143,5m gesprungen der hätte den sicher gesetzt. aber wer keinen telemark bei 132m kannn kann ihn auch nicht bei 143,5m
und die jury sitzung vor kofler war im übrigen auch noch total überflüssig!!! warum wollte man sich beraten wenn der anscheinend beste schanzenrekord springt?
bin nur froh dass die österreicher bei dieser turnee nach dem ersten dg immer vorn sind. was passiert wenn sie mal windpech hatten hat man ja in engelberg gesehen.
wenn amann der beste ist dann soll er auch gewinnen!! aber er hat schon zu oft gewonnen wenn ers nicht war!!!
@Roswitha:
Du irrst Dich sicher. Das sind alles Geheim-Codes. Wenn ich z.B.
amplatz73 oder Brigitte-Maria schriebe, daß sie Vollidioten wären,
so wäre das wie beim Skat unter alten Kumpels: liebevolle Umschreibungen.
--Aber es ist schön, daß Du so etwas nicht billigen würdest. Ich sehe
da förmlich, wie Deine linke Augenbraue hochginge.
Wow, es ist schon arg wie agressiv und beleidigend manche Fans hier ihren Frust bzw. ihre Schadenfreude niederschreiben. Ich denke nicht, dass es im Sinne der Sportler ist, das man sich gegenseitig so niveaulos angreift. Schämt Euch!! Die Deutschen haben momentan ein Tief - sowas widerfährt jedem im Leben. Man kann sich nicht immer im Licht des Ergolges sonnen. Das die Athleten ihr Bestmöglichstes versuchen ist niemanden abzustreiten!! Und den österreichischen Fans kann ich nur diese Warnung geben: Der Hochmut kommt oft vor dem Fall! Erinnert Euch an die Jahre als unsere Alpinen alles dominierten, bei der letzten Ski-WM und beim Start der heurigen Saison gab es allerdings viele Ohrfeigen für uns. Alle Sportler verlangen unseren Respekt, Achtung und Anerkennung. Ihr Engagement und ihre Fähigkeiten sollte man nicht nur an Siegen messen. Allen Athleten wünsche ich ein faires Miteinander und alles Gute!
@hanswolfby:
Selbstverständlich hast recht. Aber mein Beitrag, Nr. 24 z.Zt., sollte
nur ein ironischer Seitenhieb sein für Post Nr. 20 (Manuel).
Wer sich ernsthaft für diesen Sport interessiert, was ich bei Dir mal annehme,
der weiß, daß vor dem 8. Sprung noch nichts sicher ist, Beispiele gibts genug.
--Lediglich A.Malysch schaffte es mal, vor dem letzen Sprung soviel Vorsprung
zu haben, daß er mit etwas Glück den letzten Sprung nicht unbedingt hätte
springen müssen, was er aber tat, und zwar einen Supersprung.
Lassen wir uns überraschen, Spannung sollte ja sein, und GOOD LUCK für
jeden Springer.
Gruß
@waldweg
vergesst mir den "ALTEN MANN" nicht Janne Ahonen ist noch dabei und er
hat die Erfahrung
@Karin W:
Nur sicherheitshalber: Du meinst nicht den "Donnerbalken"?
Ansonsten nur, wenn:
1. der (Rücken)Wind gleich stärker würde
2. der Springer KEINE lila Kappe/Helm trägt.
Alle Klarheiten beseitigt?
Der M.Schmitt grinst und grinst. Würde ich auch machen,wenn ich jahrelang "durchgefüttert" werde,ohne auch nur annähernd die Leistungen zu bringen, die mich einst zum Star gemacht haben. Er sollte seine lila Mütze an den Nagel hängen. Obwohl,was soll er dann machen? Vielleicht ist in der nächsten Saison irgendwo eine Stelle als Co.-Kommentator frei( meiner Meinung nach ein total überflüssiger Job).
Ich wünsche ihm und seinen Mannschaftskameraden trotzdem viel Glück,im Hinblick auf die Olympiade.
@Karin W:
Wozu, glaubst Du, gibt es eigentlich Fundbüros?????????
Ich möchte hier eine Lanze für die deutschen Springer brechen. Es war ja auch nicht immer goldig - was unsere österreichischen Schispringer machten. Doch wurde da jahrelang im Hintergrund gearbaitet. Unter Bubi Bradl fing es an. Er brachte zuerst Reinhold Bachler (Weltrekord in Vikkersund mit damals 154 m), dann Baldur Preiml an die Spitze; und dieser machte aus dem Sprungsport eine Wissenschaft. Dann kam Anton Innauer - erinnern wir uns an seine Weiten und die Traumnoten - 1 Sprung 5x die 20,0. Und dieser Anton Innauer ist seit einigen Jahren der Sportdirektor. Er hat wiederum einen Mann an seiner Seite (Alexander Pointner), der es versteht, die Jungs zu einer Gemeinschaft zusammenzuschweißen. Jeder freut sich für den anderen oder zittert mit, wenn etwas nicht so gelingt. Auch da gibt es so manche Tiefs (durch Krankheit oder Verletzung), aber wir Österreicher können jetzt aus dem Vollen schöpfen - so viele gute Leute haben wir.
Dies nur ein Beispiel. Gebt den Trainern und deutschen Schispringern auch etwas Zeit - es wird auch für sie wieder einmal die Sonne scheinen.
Und noch etwas - dafür seid Ihr im Fußball "etwas" besser wie wir ! Euer Poldi
Schmitt: «Für mich ist die Situation nicht neu, ich kenne das ja. Ich spüre, welche Fehler ich mache, doch momentan fehlt mir der Zugriff. Ich zweifle aber nicht an meinem Potenzial und glaube, dass ich bis zu den Olympischen Winterspielen meine Form finde.»
Man hofft ja, dass er den Zugriff bald findet, denn Springen kann er ja auch bis 67, oder ? Oder müssen die zeitiger vom Balken ?
@Manuel: 24
Mit Deiner Prognose: Kofli, Loitzli, Schlierli könntest Du recht behalten, allerdings sehe ich noch irgendwo den Ammi eingereiht.
Egal, hinter wem Du Dich versteckst, Deine Ausdrucksweise ist bezeichnend, d.h.,
man weiß Dich einzuordnen (secundum ordinem). Mit solch primitiven Postings
können Dich nur Deinesgleichen irgendwie ernst nehmen; mein Beitrag ist nur
eben dahingehend als Info gedacht.
Das Einzige, m.E., was Dir helfen könnte, wäre die "Plisch&Plum"-Mehode. Bei
Wilhelm Busch nachzulesen.
@ Manuel:
ich finde das eine kleine frechheit, den schanzenrekord-sprung so schlecht zu benoten. mit 3-4 meter weniger hätte er heute sicher gewonnen. ich dacht ja echt es geht hier ums weit springen, und nicht nur um die landung.
Geht es auch mal ohne Beleidigungen?
Die Österreicher haben diese Talfahrt durch,den vor einigen Jahren sprangen sie auch nur hinterher.Aber die Arbeit mit der Jugend macht sich bezahlt,das sieht man nun.
3 Österreicher auf den ersten 3 Plätzen der 4 Schanzentournee?????
Von mir aus gerne,den sie springen einfach super
und an die deuschen Jungs
weiter arbeiten,aber sich Gedanken machen was euch die Zukunft noch bringen soll.
Sogar der Kommentator bei Eurosport hat sich über Schmitt beschwert, langsam wirds bedenklich. Aber immerhin hat es überhaupt ein Deutscher in den zweiten Durchgang geschafft, scheint ja heute keine Selbsverständlichkeit mehr zu sein.
Aber selbst drei Skier würden den Deutschen heuer nichts helfen, die müssten sich wahrscheinlich eine Tür unter die Füße schnallen um eine Chance zu haben.
Ich meine, keiner Verlangt von ihnen solche Weiten wie die Österreicher schaffen, aber wenigstens ein oder zwei Springer unter den Top Ten sollte doch wohl machbar sein, vor allem wenn man bedenkt dass die Österreicher praktisch drei Teams zu Olympia schicken könnten und damit alle Medaillen gewinnen würden.
Aber den Schweizern wirds in ein paar Jahren auch so gehen, den abgesehen von Amman und Kuettel siehts da auch nicht so rosig aus(zumindest kenne ich keinen Schweizer der nachfolgen könnte).
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