Eurosport - Di 01.Jan. 17:29:00 2008
Ralf Schumacher hat die Hoffnung auf eine Fortsetzung seiner Formel-1-Karriere aufgegeben. Bei "Schumi II" herrscht in dessen angekündigtem Jahr Pause dagegen vorerst völliger Leerlauf. Danach gilt ein Wechsel in die DTM als wahrscheinlich.
Dabei hatte ihm Bruder Michael den Rat gegeben, doch noch einmal einen neuen Anlauf in der "Königsklasse" nehmen. Doch davon hält Ralf nichts. "Theoretisch ist das vielleicht möglich, praktisch muss man aber abwarten, was sich ergibt oder auch nicht. Die Formel 1 wartet auf nichts und niemanden", sagt Ralf Schumacher bei Motorsport-Total.com.
Letztlich kommt für Ralf Schumacher nur noch ein Cockpit in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) in Frage. Es ist ein offenes Geheimnis, dass sein Name auf dem Wunschzettel von Audi ganz oben steht. Nach dem Rücktritt von Mika Häkkinen steht die DTM vor einer schwierigen Saison und braucht dringend ein neues Zugpferd. Und das wäre Ralf Schumacher ganz sicher.
Der Wechsel zu einem Hinterbänkler-Team in der Formel 1 komme für ihn jedenfalls nicht in Frage, betont der Familienvater jetzt, obwohl er zuvor sogar für Force India getestet hatte: "Ich würde schon gerne etwas machen, aber das Team beginnt bei Null und wäre daher nicht das Richtige für mich gewesen." Fakt ist auch: Ralf Schumacher war den Testfahrten zu langsam und konnte seine Formel-1-Tauglichkeit nicht nachweisen.
Insgesamt habe er in der Formel 1 schöne Jahre, aber auch viele Unfälle erlebt oder überlebt, hebt Schumacher nach insgesamt elf Jahren in der Königsklasse rückblickend hervor.
Michael Schumacher ist der Formel 1 dagegen in irgendeiner Form immerhin noch erhalten geblieben. Als Tester und Berater gibt er weiter für sein Herzensteam Ferrari Gas. "Ich hatte mit Sicherheit noch nie in meinem Leben ein schlechtes Gefühl dabei, hinter einem Lenkrad zu sitzen", sagt er. "Klar habe ich das Rennfahren geliebt. Ich liebe es immer noch zu fahren, und ich fahre ja noch immer, nur auf andere Weise halt. Aber das Kapitel Formel 1 ist abgeschlossen", macht der siebenmalige Weltmeister immer wieder mit Nachdruck deutlich.
Aber während ihn einige Teams wohl immer noch mit Kusshand nehmen würden, dürfte es für Ralf umso schwerer bis unmöglich werden, nach seinem Jahr Rennpause doch noch ein Cockpit zu ergattern.
Daniel Rathjen / Eurosport